des armen Moͤnchs immer blaͤſſer, ſein Ange im⸗ mer duͤſterer und feuchter wurde, fuͤhlte er auch ſein ſtrenges Herz menſchlich bewegt, und ſetzte gutmuͤthig hinzu:„Troͤſtet Euch doch, mein Bru⸗ der! Sendet doch oft der Herr mitten in unſe⸗ rer Freude den jähen Tod; warum nicht auch eine ſo leichte kurze Trennung? Euch iſt es nicht um dieſes Feſtes Jubel zu thun, nicht um das Geraͤuſch der Tafel, und die heute von der Regel erlaubte Recreation. Ihr haßt dergleichen Weltlichkeiten vielmehr, und ſehnet Euch nur nach ungeſtoͤrter Vertraulichkeit und bruͤderlicher Eintracht mit dem Freund. Nun ſeht, wie gut ich es mit Euch meine; das Hoſpiz liegt ja nicht weit von hier. Ihr ſeyd, ohne Euch ſiark zu er⸗ muͤden, bis morgen, ehe man die Mittagsglocke lͤutet, dort; Ihr empfangt am Nachmittage die Weiſungen und Befehle des Provinzials, und ſeyd bis uͤbermorgen Abends wieder in unſerer Mitte. Um Euch fuͤr dieſe kurze Trennung zu entſchädi⸗ gen, erlaube ich Euch dann, mit Euerm Freunde ein paar Tage an den Ufern des Sec's zuzubrin⸗
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30. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 1. Band (1834)
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