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liche Paar ſich zuſammenfinden. Ich wandelte in ſtiller Nacht dahin, und ſchwelgte in den Bil⸗ dern des hohen Liedes, die mir der Teufel mit Phariſäͤerſchlauheit vorhielt, um mich zu verblen⸗ den. Jeder Heilige ſchien von meinem Wandel abgelaſſen zu haben, ich gehoͤrte ganz der Macht des Abgrundes. Alſo gelangte ich an die außere Mauer des Kirchhofs, wo der ſteinerne Oelberg ſteht, mit den ungeheuern Figuren des wachen⸗ den Heilands und der ſchlafenden Juͤnger. Mein Auge wollte ſcheu an dem heiligen Denkmal vor⸗ uͤberſtreifen, als plotzlich ein Wunder mein Herz zu beruͤhren ſchien. Das feine, mit Spitzen be⸗ ſetzte Thränentuch, welches die Froͤmmigkeit der Kloſterfrauen in die Haͤnde der Steinfigur des Erloͤſers gelegt hatte, wehte ſchnell auf, beſtri⸗ chen von Zugluft, und mir war es, als ob die ganze Geſtalt in demſelben Augenblick Leben und Bewegung erhielte, als ob ich nicht zu einem verbotenen Abenteuer wandelte, nicht unter Sa⸗ lomo's Gartenbaͤumen, wohl aber in dem heili⸗ gen Garten von Gethſemane, ein Zenge des bit⸗


