Teil eines Werkes 
30. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 1. Band (1834)
Entstehung
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Andacht, welcher die Roſen ſolch' verborgenen Gartens erfriſcht! wie zu beneiden oder beſſer zu beklagen der geiſtliche Gärtner, dem allein die Vollmacht wurde, dieſen ſtillen Himmelsblu⸗ men Pflege und Sorge zu weihen. Ich habe das empfunden, Tod des alten Beicht⸗ vaters von Fra unn, mich, den Weltgeiſtli⸗ chen, auf einige Zeit zur Gewiſſensleitung der

Nonnen daſelbſt berief. Eine junge

erde weidete unter den Lilien jenes Stiftes. Der Stab einer ſteinalten Aebtiſſin regierte zwan⸗ zig bluͤhende J Inngfrauen, deren Schoͤnheit und Anmuth ſogar unter dem Landvolke, welches hin und wieder eines der Engelangeſichter gewahrte, zum Sprichwort geworden war. Mein trunk'nes Auge fand ſchnell unter den Schoͤnen die Schoͤnſte heraus. In Thereſia's Geſtalt ſchien ſich die Majeſtät einer Heiligen mit dem Liebreiz der weltlichen Magdalena zu vereinigen. Wieder trat der Teufel zu mir, und der Schlaue beſaß nicht nur meine Sinne, ſondern auch Thereſia's Blicke, die unkloͤſterlich und verfuͤhreriſch mahnend mir