Teil eines Werkes 
30. Band, Herbstviolen : Erzählungen und Novellen : 1. Band (1834)
Entstehung
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welche Verſuchungen er angezettelt gegen die Be⸗ gehrlichkeit und Leidenſchaft eines armen ſchwa⸗ chen Menſchen. Noch blendender wird Dir der Hoͤlle Blitz aufleuchten, wenn ich Dir ſage, daß zwei Weſen kurz nach einander meine Sehnſucht erregten, die an und fuͤr ſich verbotene Fruͤchte waren, auch ſogar fuͤr den nicht dem Altar Ge⸗ weihten. Die abſcheulichen Wuͤnſche des Teufels, der angefangen hatte, mich zu beſitzen, richteten ſich zuerſt gegen das Weib eines vertrauten Freun⸗ des, und alsdann, nachdem durch heißes Gebet zu den maͤchtigſten Fuͤrſprechern bei Gott, die wankende Tugend den Sieg errungen, auf eine dem himmliſchen Braͤutigam verlobte Jungfrau. Ich habe nie glanben wollen, was die boͤſen Weltzungen von der heimlichen Verderbtheit ſo vieler Prieſter Tag fuͤr Tag wiederholen, aber ich uͤberzeugte mich, daß eine beſondere Gnade des Himmels dazu gehoͤrt, der Gelegenheit zu wider⸗ ſtehen, die der Verſucher ſchlau benutzt. O, wie verfuͤhreriſch iſt die Stille und Abgeſchiedenheit eines Nonnenkloſters! wie lockend der Than der