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Gott hinuͤbernehme. Ja, mein guter Bruder, wir haben uns immer geliebt, Adalbert und ich. Wir ſtudirten zuſammen, ein und daßelbe Seminarium, ein und dieſelbe Schule bildete uns. Jonathan und David waren nicht beſſere Freunde als wir bis unſer verſchiedenartiger Beruf uns trennte. Ich trat naͤmlich gleich in den heiligen Orden, waͤhrend mein Freund ein Weltprieſter wurde. Mein Herz blutete, weil ich ihn nicht auf meine Bahn zu ziehen vermochte, und manches Jahr legte ſich zwiſchen unſere Wuͤnſche, zwiſchen un⸗ ſere beiderſeitige Sehnſucht nach Wiederſehen. Nun, es iſt ihm lange wohl und gut ergangen,
meinem Freunde, bis endlich die Welt an dem
Unbeſcholtenen ihre Tuͤcke ausließ, und den Ge⸗ danken in ihm erweckte, den ſichern Port in un— ſern Mauern zu ſuchen: den wahren Hafen der Ruhe, den bereits viele Ungluͤckliche zum Heil ihrer Seele ſuchten und fanden. Nicht wahr, mein lieber Bruder Felir?“
Felir neigte ſein Haupt, erfuͤllt von ſchwer⸗
muͤthigen Erinnerungen an ſein eigenes Weltle⸗


