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ihren Schlummer, und laſſe auch Sie, Madame, recht feſt ſchlafen.“ Adele überließ ſich einige Augenblicke ihren Ge— danken, ehe ſie das dürftige Lager ſuchte. Von fern her tönte wohl das Gelärm vorüberkommender Nachzügler, Pferdegeſchnaube, Rädergetöſe und all das Kriegsgeräuſch, das ein weibliches Ohr unangenehm berührt; doch war ihr die ſtille Nachbarſchaft weit ſchauriger, und ihre lebhafte Phantaſie ſpiegelte ihr die Möglichkeit vor, daß auch Dam⸗ martin, daß auch Victorin gleichem Looſe unterworfen ſey, verwundet auf dem Felde der Schlacht, verlaſſen in irgend einer elenden Hütte, und ſchlafend vor Mattigkeit, trotz den brennenden Wunden und der marternden Sehnſucht nach dem, was ſie lieben. Zugleich gedachte das arme erſchüt⸗ terte Weib mit reuiger Angſt ihres eigenen Abſchieds von Suzon, der Heftigkeit, womit die junge Braut dem allzu⸗ raſchen Vorhaben ihrer Mutter widerſtanden, der Ohnmacht, worein ſie geſunken, als dennoch der Plan verwirklicht wurde. So nahe ihrem Gatten, ſo nahe dem treuen Sans⸗ Regret, düntte ſich Adele dennoch verwaist und ſehnte ſich ihre Tochter in den Armen zu halten, wie ſie vielleicht ge⸗ rade jetzt weinend und angſtvoll am Buſen von Maronnier lag, welcher die Obhut über Dammartin's Haus und Tochter vertraut worden war.
Voll von dieſen Bildern fühlte ſich endlich die Generalin von ihrer großen Müdigkeit übermannt, legte den Hut von ſich, und warf ſich auf das Bett. Die Lampe brannte düſter neben ihr, und deren flackernde Flamme zeichnete ſeltſam vorübergehende Schatten auf die weiße Wand, nach welcher Adelen's Geſicht gelehrt war. Dieſe Schatten, obgleich nicht


