das weiße Bändchen mit der Lilie in Ihr Knopfloch zu ſtecken: ein Ding, das meinen Angen wehe thut.“
„Den meinigen nicht minder. Was iſt aber zu thun? Ohne dieſes Zeichen darf man ſich nirgends präſentiren. Das Alte will mit Macht wieder in die Höhe dringen. Es ginge mir beſſer, wenn ich mich entſchließen könnte, das letzte Schamgefühl zu beſeitigen, und meinen Adel geltend zu machen, an meine Dienſte in den Gardes du Corps zu erinnern, und eine Anhänglichkeit an die neue Dynaſtie zu lügen, die noch nicht in meinem Herzen iſt, und ſich vielleicht erſt ſpäter darinnen einfindet.“
„Vielleicht; gut geſagt. Das Vielleicht iſt ein herr⸗ liches Wort, für böſe Schuldner oder für vertröſtende Gön⸗ ner erfunden. Ich aber, ich alter Soldat, glaube nun und nimmermehr an dieſes Vielleicht.— Setzen Sie an⸗ Herr Oberſt; drei überall. Sie werden alle Steine nehmen müſſen⸗ die noch auf dem Tiſche liegen.“
Der Oberſt verſetzte lächelnd:„Du haſt mich bloquirt, ſowohl im Domino, als in unſern Geſprächen. Dein Un⸗ glaube iſt jedoch ſehr frevelhaft. Gott bewahre mich, an einer glücklichen Zukunft des neuerrichteten Königthums zu zweifeln. Die Schule des Unglücks macht oft die Ueber⸗ müthigſten weiſe.“
„Weiß überall, Herr Oberſt. Zum zweiten Male blo⸗ quirt. Eine pfiffige Farbe, die jeden heroiſchen Entſchluß vereitelt. Setzen Sie an, oder ſoll ich die Parthie endigen? Domino!“
Der Oberſt warf ſeine Steine hin, und ſprach, als Sans⸗Regret ſie aufs Neue miſchte:„Unſer König iſt ein kluger, gelehrter Mann. Die Annalen unſerer Revolution


