Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 5. Theil (1838)
Entstehung
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Könige entgegen ſtrömten nach Compiegne, die Marſchälle Frankreichs, den Fürſten von Neufchatel an ihrer Spitze, um den Monarchen zu bewillkommen und ihm die Unter⸗ werfung der Armee zu bringen, von welcher auch nicht ein

einziges Corps dem Willen und Wunſch der Nation feind⸗

ſelig entgegen getreten war. Die leichtbewegliche Bevölke⸗

rung von Paris indeſſen, bereitete mit geſchäftiger Haſt die

Feſte vor, womit die Rückkehr des alten Regentenſtammes ge⸗ feiert werden ſollte. Zwap ſchwindelten die meiſten Franzoſen, gleichwie von einem unbeſtimmten Traume befangen; zwar wußten die jüngeren Leute gar nichts mehr von den Enkeln Heinrichs IV., und die älteren ſelbſt hatten vergeſſen, welcher von den Prinzen, deren ſie ſich noch aus ihrer Jugend erinnerten, zur Herrſchaft über das ſchöne Frank⸗ reich berufen ſeyn möchte; zwar vermißten jetzt ſchon Tauſende die Vortheile ihrer Stellung unter kaiſerlichem Regiment, und das beſeligende Gefühl des Nationalruhms, worinnen ſeit zwanzig Jahren jeder Franzoſe zu athmen gewohnt war; dennoch ſiegte der Leichtſinn, und die Verände⸗ rung des großen Schauſpiels war nicht ohne Reiz. Daher trug ſo ziemlich das ganze Land das Gepräge der Freude und der Zufriedenheit; die Bewohner der Departemente begrüßten den König als ihren Befreier von der Unter⸗ drückung der Fremden; die Pariſer träumten von Wie⸗ derherſtellung des königlichen Hofglanzes, wie er in den Zeiten Ludwigs XIV. Europa geblendet; allenthalben war fröhliches Leben, und wenn die Franzoſen weiße Fahnen aufſteckten, und die dreifarbigen dagegen in den Koth war⸗ fen, ſo bildeten ſie ſich wenigſtens ein, daß es aus wahrer Liebe für den neuen Regenten und ſein Haus geſchehe.