Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 4. Theil (1838)
Entstehung
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Du ſprichſt, wie Du's verſtehſt. Ihr ſeyd es ja, Ihr alten Schnautzbärte, die mich zum Erſten unter meinen fürſtlichen Brüdern machen müßt. Frankreichs Herrſcher gebietet immer über das Schickſal von Europa.

Der Sergeant nickte ein wenig mit dem Kopf, und mur⸗ melte zwiſchen den Zähnen:Alles recht, aber unrecht, daß es wieder einen Herrſcher über Frankreich gibt.

Der Kaiſer fragte ſchnell:Wie kannſt Du bei ſolchen Geſinnungen noch ferner in meinen Heeren die Waffen tra⸗ gen?

Der Grenadier erwiederte mit Thränen der Rührung im Auge:Ich thue es, wie Tauſende meiner Kameraden. Wir ſehen in Ihnen, Sire, nicht den Kaiſer, nicht den Mo⸗ narchen, ſondern nur den alten geliebten Soldatenvater, den Helden, der Frankreichs Ruhm mit dem ſeinigen unauflös⸗ lich vereinigte. Wenn Sie wollen, Sire, ſo regiert uns alte Kriegsgurgeln eine gewiſſe Eiferſucht. Wir halfen die Lorbeeren der Republik pflanzen, und wollen es nicht allein unſern Söhnen überlaſſen, die Lorbeeren des Kaiſerreiches mit ihrem Blute zu düngen. Mit einem Worte, Sire: wir lieben in Ihnen Frankreich, und opfern für daſſelbe Leib, Leben, und ſelbſt die Meinung.

Da habt Ihr auch recht; ſprach der Kaiſer gewichtig: Das Intereſſe Frankreichs und das meinige iſt unzertrenn⸗ lich. Nach einer Pauſe ſetzte er hinzu:Geh' jetzt nur Deiner Wege, braver Soldat. Ich ehre Deine Grundſätze, und ein Orden, den Du haſſeſt, ſoll Dir nicht aufgedrungen werden. Ich läugne nicht, daß ich es gerne geſehen hätte, wenn Du die Belohnung Deiner Verdienſte angenommen.