zeigte in ein Paar Worten die Urſache ſeines Hierſeyns an. Der Kapitän fuhr fort:„Gut. Ich weiß, daß Ihr mit der Feder umzugehen verſteht. Ihr könnt die Stelle eines Gref⸗ fiers verſehen, und einen Offizier vertreten, der in dieſem Augenblicke unpäßlich geworden iſt, nachdem er ſchon in obiger Eigenſchaft das Verhör des Angeklagten zu Proto⸗ koll gebracht. Folgt mir, ich werde Euch ſchon dictiren, und das Ganze iſt beinahe nur leere Form.“— Da war keine Widerrede ſtatthaft, und Sans⸗Regret gehorchte ohne wei⸗ tere Bemerkung. Er folgte dem Hauptmann in das Raths⸗ zimmer des Schloſſes, und fand hier ein militäriſches Tribunal verſammelt, welches ſein eigener Kommandant präſidirte.— O, wie verſchwand vor ſeinem Geiſt das Ge⸗ dächtniß an eigene Leiden bei dem traurigen Schauſpiele, welches ſich nun vor ihm entfaltete! Ein Prinz voll Muth und Seelengröße, der letzte Erbe des Ruhms einer Helden⸗ familie, wie auch das auserſehene Opfer, welches ein uner⸗ bittliches Verhängniß verlangte, wider alles Völkerrecht dem gaſtfreundlichen Boden eines fremden Landes entriſſen, wider jedes natürliche Recht vor ein Gericht geſtellt, das nicht be⸗ fugt war, über ihn zu urtheilen, erſchien, um beim Scheine weniger Todeskerzen, im Angeſichte einer nengierigen Sol⸗ vateska, des einzigen Zeugen dieſes großen Verbrechens, über ſein Haupt das Todesloos werfen zu ſehen. Die Feder erbebte in Sans⸗Regrets Hand, als er den Namen des letzten Condé niederſchreiben mußte, und ſein Herz, obwohl dem Stamme der Bourbonen nicht hold, blutete während der heftigen Vertheidigungs⸗Rede, die der Herzog am Schluſſe der ſogenannten Debatten hielt. Der Unglückliche errieth⸗ 9
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4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 3. Theil (1838)
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