Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 3. Theil (1838)
Entstehung
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Züge verwandelten ſich nach und nach in lächelnde, und als Victor langſam die Thüre geöffnet hatte, trat der alte Freund gefaßt, aber tief gerührt an ihn heran, und bewill⸗ kommte ihn mit einer überraſchenden Weichheit. Der Doctor ſtand von Ferne und rieb ſich vergnügt die Hände. Sein Werk war gelungen, und keine Ueberſpannung an dem Geneſenen ſichtbar. Victor war weit angegriffener, als er ſich von dem Invaliden umarmt fühlte, und ſich mit den zärtlichſten Schmeichelnamen begrüßt hörte.

Ich wußte wohl, ſagte Sans⸗Regret mit einem recht milden Lächeln,ich wußte wohl, daß ich Dich noch einmal ſehen würde, weil einer hinter den Wolken lebt, der die Sterne regiert, wenn er auch in Frankreich keinen Tempel mehr hat. Ich durfte doch als Preis für mein langes Lei⸗ den dieſes Wiederſehen erwarten. Nicht wahr?

Victor weinte auf ſeines Freundes Bruſt Thränen der Rührung, und ſtammelte Sylben des Dankes.

Bewahre, bewahre; ich bitte zu ſchweigen; verſetzte der Invalide und ſtreckte ſich militairiſch.Du erzeigſt mir zu viel Ehre, Bürger Offizier. Das mußte ſo kommen, weil alles in der Welt ausgemacht iſt, bevor es an's Tags⸗ licht kommt. Ich war zu großen Leiden beſtimmt, eh' ich geboren wurde, und muß denn mein Erbtheil ſo hinnehmen Aber diesmal, lieber Victor, diesmal habe ich viel ausge⸗ ſtanden. Den Schädel habe ich zwar vom Beil errettet, aber die Ungeheuer hatten mir meinen moraliſchen Kopf ab⸗ geſchlagen. Ich glaube, daß ich noch nie ſo verrückt gewe⸗ ſen, wie in den letzten Tagen. Das Glück ſegne den wackern Arzt, der mir wieder aus der Schlinge half. Mein Schwiegervater ich bin gewiß, daß er heute kömmt