Teil eines Werkes 
4. Band, Der Invalide : historische romantische Bilder unserer Zeit : 2. Theil (1838)
Entstehung
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Hoffnung mußte in den Herzen der armen Verurtheilten aufſteigen, da man ihnen allenthalben mit den Beweiſen des unzweideutigen Mitleidens entgegenkam. Schaaren von Weibern ſtanden auf Thürſchwellen und an den Fenſtern, rangen die Hände, und ſchrieen:Ach, die armen Leute! Verdammt ſeyen die Schurken, die ſie zum Tode ſchicken! Muth, Muth, Ihr Unglücklichen! wenn der Himmel mit Euch iſt, ſo werdet Ihr heute nicht ſterben!

Aus den Häuſern wie auf den Straßen ſchimpften und fluchten die Männer mit wilden Drohungen:Zum Teufel mit den Blutmenſchen! ſoll die Metzelei nie mehr aufhören? franzöſiſche Bürger dulden das nicht länger! Und ſchon flogen hin und wieder Steine auf die Eskorte, und der Troß von mitlaufenden Buben höhnte die Gensd'armen, wie er ſonſt die Verurtheilten zu höhnen pflegte. Zwei⸗ mal ſchon hatte der Zug halten müſſen, weil drohende Volkshaufen ihm den Weg verſperrten. Mit der Hülfe von benachbarten Wachtpoſten mehrere derſelben hatten indeſſen ihren Beiſtand verſagt war die Straße wieder geöffnet worden; aber in der Mitte der Vorſtadt ſchien die Kataſtrophe vor ſich gehen zu wollen. Ein entſetzlicher Schwall von Pöbel, untermiſcht von einer bedeutenden An⸗ zahl ehrſamer Bürger, ftürzte ſich wie eine Lavine in den Zug, mit ſolcher Gewalt, daß die Reihe der Karren durch⸗ brochen wurde und die Eskorte geſprengt. Sans⸗Regret's Wagen fuhr in der Mitte, und ſtand plötzlich, einer Inſel zu vergleichen, in dem wilden Ocean des Volks. Die Gensd'armen wurden vereinzelt hinweggeriſſen; ſtarke Hände hielten ihre Pferde am Zügel auf, oder ſchlugen die Reiter, die ſich unbeſonnen wehrten, zu Boden. Die Gerichtsdiener