Keine Antwort. Die Gerichtsdiener wiederholten den Rufz alle Beklagten ſchwiegen. Endlich ſagte Adele ſchüch⸗ tern:„Ich ſehe ihn nicht; er iſt nicht hier.“
„So iſt er vergeſſen worden;“ verſetzte Fouquier gleich⸗ gültig und trocken:„thut nichts; auf Morgen alſo.“
Das Verhör ging nun weiter, und immer kürzer wurden die Fragen, weil dem Präſidenten die Sache nach gerade zu lang wurde. Es nahm ſich faſt keiner der Angeklagten die Mühe, ausführlicher zu antworten. Sie ſahen, daß die Würfel ſchon lagen.— Nach einigen nichtsſagenden Zeugen⸗ verhören, nach einigen unzuſammenhängenden Worten des Präſidenten, nach einer blutdürſtigen Tirade des Anklägers, wurden die Debatten geſchloſſen, die Fragen an das Jury ſummariſch geſtellt und die Geſchwornen fingen an, auf ihren Bänken zu deliberiren.
In dieſem Augenblicke,— die Angeklagten waren hin⸗ ausgeführt worden,— kamen mehrere Menſchenhaufen mit blaſſen verſtörten Geſichtern und grimmigen Blicken in den Saal, und bald verbreiteten ſich unter den Richtern und dem Volk die beunruhigſten Gerüchte. Im Convent war der Sturm auf ſeinen Gipfel gekommen; Einige behaupte⸗ ten, Robespierre ſey entflohen; andere, er ſey gefangen; wieder andere wollten ſchon die Sturmglocke gehört haben, und den Befehl zum Generalmarſch, wie zum Aufſtand der Sektionen ertheilt wiſſen. Die nächſte Folge von dieſen Plaudereien war, daß die Zuſchauer ſchaarenweiſe den Saal verließen, um den Spektakel in den Straßen anzuſehen, und daß die Geſichter der Mitglieder des Tribunals länger und bläſſer als gewöhnlich wurden. Fougquier behauptete mit Konſequenz ſeinen Stuhl. Ungläubig und ſpöttiſch


