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„Du warſt Adjutant bei Marceau? haſt eine Vendeerin, dem Geſetz zum Hohn, ihrer Strafe entziehen wollen? Die Patrivten waren aber glücklicher als Du. Das Weib wurde eingeholt. Steh' auf, Adele Mont⸗choiſy!“
Daſſelbe Frauenzimmer, welches vorhin Anlaß zur Unter⸗ brechung gegeben hatte, ſtand auf, ſah ſtarr auf Victor hin, und bebte an allen Gliedern. Victor fand die Kraft in ſich, dem Präſidenten zu erwiedern:„Ich kenne die Bürgerin nicht. Jenes Weib, das Ihr meint, iſt längſt in Sicherheit. Marcecau wurde von der Anklage frei geſprochen; ich ver⸗ lange das Nämliche. Die Bürgerin dort verdient nicht minder die Freiheit, denn ſie iſt unſchuldig.“
„Wenn man die Halunken hört, ſo ſind ſie alle unſchul⸗ dig!“ murrte Fouguier vor ſich hin, und fuhr dann mit er⸗ hobener Stimme fort:„Du haſt den Hals verwirkt, weil Du den Leibwächtern des Thrannen weiße Cocarden zu⸗ ſchleppteſt. Dort ſitzt der Bürger Minet, welcher Zeugniß davon ablegen wird. Ferner verdienſt Du den Tod, weil Du es mit den im Gefängniß Verſchwornen hieltſt. Und in dieſem Betracht iſt die Mont⸗chviſy nicht minder ſtrafbar.“
Da erhob ſich einer aus der Reihe der Geſchwornen, und ſagte:„Ich bemerke meinen Kollegen, daß der Vater Mont⸗ choiſy einer unſerer tapferſten Generale iſt, und mit ganzer Seele die Republik vertheidigt. Es iſt die Pflicht eines jeden Bürgers, ſich ſeiner Tochter anzunehmen, da ihre ganze Schuld unerwieſen und unklar iſt.“
„Keinen Sermon!“ erinnerte Fouquier drohend:„Wo iſt der Begleiter dieſes Weibes? derſelbe, der mit ihr ge⸗ fangen wurde? wo iſt Dumoutier?“


