aufzuhängen!“ Mouniers Rede, des Königs Verſiche⸗ rungen, und der Jubel, womit die Weiber⸗Deputation ihren Empfang ſchilderte, des Königs Handſchrift vorwies, und erklärte, ſie werde in den Wagen des Königs ſelbſt, noch in dieſer Nacht nach Paris zurückkehren, verwandelten die Stimmung des Volks in eine friedlichere. Kurze Zeit nachher kam Lafayette mit ſeinem Staabe, die Abgeordne⸗ ten der Nation zu begrüßen, und die Hyänenſtimme des Pöbels ſchwieg einen Augenblick vor den Waffen der Bür⸗ gerſoldaten. Mounier benützte den Umſtand, um auf die Freilaſſung ſeiner Schutzbefohlenen anzutragen. Ein Wink Mirabeau's war hinreichend, dem Befehl des Präſidenten Kraft zu geben. Er hatte den jungen Garde du Corps an den Schranken erkannt, trat zu ihm, und ſagte ihm leiſe: „Sagen Sie Ihrer Couſine, daß der heutige Auftritt nur ein ſchwaches Vorſpiel der Volksbewegungen iſt, die ſich entwickeln werden, wenn der Hof nicht Vernunft genug be⸗ ſitzt, den Arzt zu wählen, der allein helfen kann.“
Victor ſah den Grafen kaum an, antwortete ihm nicht, und verließ mit der Tante Sombreuil und ſeinem Invaliden das Haus. Als ſie das Lager durchſchritten, welches der Pöbel vor dem Sitzungsſaale gebildet hatte, und in der ruhiger gewordenen Straße ſtanden, befahl Victor ſeinem Freund, die Tante in Esprémenil's Haus zu bringen. Dann ſagte er ſeinem Sans⸗Regret Lebewohl, um nach dem Hotel der Garden zu eilen. Der Invalide hielt ihn bekümmert noch einen Augenblick auf und ſprach:„Sie glauben nicht, wie ſchmerzlich mir der Abſchied heute von Ihnen wird; Sie werden ſehen, daß morgen ein böſer Tag iſt. Lenkte doch der Himmel Ihr Herz, daß Sie eine Wahl ergreifen


