Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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zum Manne zu bilden... aber auf immer von ihm zu ſcheiden. das iſt hart!

Ei, Philipp! Bruder Philipp! erwiederte Archimbald herzlich.Wer verwehrt es Dir, zu uns zu ziehen in unſere neue Freiſtatt? Gute, ſo Gott will, glückliche Menſchen wirſt Du in uns kennen lernen, unter ihnen gut, vielleicht glück⸗ lich ſeyn. Biſt Du dann in einem Raume von zehn Jahren derſelbe, der Du heute wurdeſt, ſo mag immerhin Dein Sohn unter Dein Dach eingehen, als vollendeter Mann, als guter Sohn; Dir eine wackere Schwieger in das Haus brin⸗ gen, Dich in ſeinen Armen ſterben laſſen. Den Gegen⸗ ſatz.. nun, den wollen wir zu Gott nicht hoffen. Philipp hat in jedem Falle einen Vater, auch wenn ich ſterben ſollte. Achmet, Ohm Ehrenfried, Erlwein, der Reffe iſt das hei⸗ ligſte Vermächtniß, das ich euch hinterlaſſe! Willſt Du alſo,

Bruder Philipp, wie ich Dir ſagte, ſo ſchlage ein, und

werde der Unſere, uns folgend ſo bald Du kannſt.

Valga me Dios! rief der Erfreute und ſchlug in die dargebotene Rechte. Da blickte er aber mit einemmale in des Bruders leuchtende Augen. auch die ſeinigen füllten Thränen.. die lang getrennten Herzen ſchlugen an ein⸗ ander.

Herr der Himmel! betete Hubert und breitete die Arme ſegnend über die Brüder.Abgeſchiedene Geiſter ihrer Lie⸗ ben! ſehet huldvoll auf die Vereinten! Wer weiß, welche Gewitter noch für dieſe hier Verſammelten im Schvoße der Zukunft ſchlafen... laßt ſie aber wenigſtens durch eine Spanne Glück und frohe Zeit auf das künftige Leiden ſich vorbereiten. Auf den krummen Wegen des Lebens hat euch das Geſchick zuſammengeführt, meine Freunde; gute und böſe