Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 3. Theil (1838) Der Mann und seine Rache
Entstehung
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häufig anweſenden alten Ehegattin zu brandſchatzen und flog hierauf nach Wien zurück, unbekümmert um Hubert und ſein Verſprechen, ihm alles mitzutheilen, was mit ſeinem Pflege⸗ ſohne Merkwürdiges vorgehe. Der bekümmerte Lehrer wußte alſo nicht, an welchen Anker er ſich zu halten habe, über⸗ trug ſeine ganze Liebe zu Archimbald auf den Pflegling deſ⸗ ſelben, der in Geiſtesanlagen und Lebhaftigkeit ſeinem Zieh⸗ vater ſo ähnlich war, und blätterte in müßigen Stunden in allen Werken, die auf Ungarn und Siebenbürgen Bezug hat⸗ ten, um ſich mit der Lage des Landes vertraut zu machen, in welchem, der Sage nach, ſein Sohn einen frühzeitigen Ruhm erfochten.. vielleicht ein frühes Grab gefunden hatte. Die letztere, traurige Vermuthung, die durch Archimbalds hartnäckiges Schweigen immer ein bedeutenderes Gewicht er⸗ hielt, legte ſich gerade jetzv, bei Durchleſung der Münſter⸗ ſchen Kosmographie, deren Verfaſſer man den Strabo des Mittelalters nannte, mit ihrer Felſenlaſt auf ſein Herz, als an die Thüre gepocht wurde, und auf des Paters: Nur herein! eine wohlbekannte Freundesgeſtalt,... der Stallmei⸗ ſter Pinzinger, in des Markgrafen von Burgau Dienſten, unerwartet, aber ſehr willkommen hereinkam.Der Segen des Herrn ſey mit Dir, geliebter Freund Amadeus! rief Hubert dem Beſucher entgegen und ſchüttelte ihm herzlich die Hand. Sehen Dich meine alt werdenden Augen wieder? Es iſt eine Ewigkeit verfloſſen, ſeit Du mich und dieſe Stadt verlaſſen haſt, um die Frau von Florenges nach dem Kloſter der Büßenden zu bringen! 3

Mehrere Jahre, würdiger Herr! ermüevert Pinzinger, Huberts Hand küſſend und ihn in den Lederſtuhl zurück⸗ drückend.Auch weiß ich mich wohl des Verſprechens zu