— haſt, und je luſtiger, je beſſer. Ein Mährlein, einen Schwank... was Du willſt.“
„Ach, geſtrenge Frau,“ antwortete die Zofe:„wie kann ich doch einen Schwank erzählen, da ich an allen Gliedern vor Angſt?“
Wahrhaftig!“ ſprach Marie Fiilüeßmnend.„Du biſt btaß und Dein Auge verräth viel Unruhe. Laß mich den Grund wiſſen. Was iſt Dir geſchehen, mein Kind?“
„Geſtrenge Frau!“ begann Engeltrude recht ſchmerzlich. „Als ich vor Kurzem in Euern Dienſt trat, habe ich Euch kein Geheimniß aus den Beweggründen gemacht, die mich veranlaßten, meine Vaterſtadt das liebe Ulm, mit dem Rücken anzuſehen. Ich entlief damals einem hartherzigen Vogt, der mich ſeit dem Tode meiner Aeltern gequält hat, wie nur ein Vormund quälen kann, und mir mit Gewalt zu⸗ muthen wollte, eines alten Mannes Weib zu werden, dem die Welt das Zeugniß eines reichen, aber grundboͤſen Menſchen giebt. Die zudringlichen Liebkoſungen des alten Simon, der weit eher an das Grab als an's Brautbett denken ſollte, wie die rohen Mißhandlungen meines Vogts Leonhard trieben mich fort und hieher, wo Ihr mich in. Euern Dienſt nahmt und ich Ruhe zu finden hoffte. Ach! ich habe mich getäuſcht.“
„Wie das?“ fragte die Fran von Herbenſtein aufhorchend.
„Man hat meinen friedlichen Aufenthalt ausgekundſchaftet,“ antwortete Engeltrude betrübt.„Ich habe den abſcheulichen Simon vor Kurzem um das Schloß ſchleichen und mit dem Diener des Prinzen Bernhard, dem heuchleriſchen Nepomuk⸗ im Geſpräch verkehren ſehen. Nun habe ich keine Raſt und keine Ruhe.“


