Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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Archimbald ſeufzte bei der Erinnerung an die Lügen und Ränke, zu denen er ſich hatte gebrauchen laſſen, und unter deren Laſt er beinahe das Leben verloren hätte, und drückte dem wackern Erlwein dankbar die Freundeshand. Nun kam die Reihe zu erzählen an Hubert, der aber feierlich be⸗ theuerte, nicht das Geringſte in dieſer Sache gethan zu ha⸗ ben, die unſtreitig ſeiner Mitwirkung verſichert geweſen ſeyn würde, hätte er nur früher gewußt, daß es ſein Zögling ſey, der ſich in ſolcher Gefahr befinde. Uebrigens hatten blos die Regeln ſeines Ordens, der ſeine Glieder ohne Unterſchied bald in dieſes, bald in jenes Kloſter verſetzt, ihn nach Prag geführt, wo er, des verdrüßlichen Amts eines Guardians überdrüſſig, ſich dem Beruf des Predigtdienſtes eifrig hingegeben.

Archimbald fühlte ſich unausſprechlich glücklich unter ſei⸗ nen beiden Freunden, und forderte ſie endlich zutraulich auf, ihm ihre Gedanken über ſein weiteres Fortkommen mitzu⸗ theilen. Die Meinungen fielen verſchieden aus. Ein uner⸗ warteter Beſuch gab jedoch hierin den Ausſchlag. Es kam nämlich ein hoher junger Mann herein von ausgezeichnetem Aeußern, gelblicher Geſichtsfarbe, röthlichem, kurzem Haar und ſchwarzen Augen, die ernſt und ſtolz unter den buſchi⸗ gen Braunen hervorblitzten, als könnten ſie nicht den min⸗ deſten Widerſpruch vertragen. Archimbald durfte ſich nicht lange auf dieſes Geſicht beſinnen, das er ſchon einmal ge⸗ ſehen zu haben ſich deutlich erinnerte. Der Fremde war der junge Mann, der an jenem denkwürdigen Tage des Aufruhrs der Prager Bürgerſchaft, dem Kaiſer angeboten hatte, mit Feuer und Schwert des Schloſſes Zugänge von den Rebellen zu ſäubern.