Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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ſchimpflichen Tode verdammten Mann. Alle Geſichter trugen das Gepräge einer bangen Erwartung; nur der Verurtheilte allein genoß ungetrübter Ruhe. Eine Locke von ſeinen Haa⸗ ren hatte er dem biedern Hubert übergeben, mit der Bitte, dieſe ſeiner Iſabelle zuzuſtellen, wenn es Ernſt gelten ſollte. Im Uebrigen hatte er nichts zu ſchlichten auf der Erde. Die Stunden gingen in langſamem Wechſel vorüber.. Die zu der Hinrichtung als Zeugen geſandten Richter trafen ein.. es ſchlug die verhängnißvolle Stunde. Der Henker mit ſeinen Gehülfen trat ein, um den Verurtheilten zu bin⸗ den. Archimbald ſchauderte und erblaßte. Huberts Ge⸗ ſichtszüge entſtellte das Entſetzen, und er wendete alle Mühe an, den anweſenden Gerichtsbeiſitzer zu vermögen, die ent⸗ ehrende Handlung erſt auf dem Richtplatze vor ſich gehen zu laſſen. Er ſprach zu einem mitleidigen Manne, der dieſe kleine Gunſt wohl bewilligen, aber die anberaumte Zeit der Strafe nicht aufſchieben konnte. Der traurige Zug ſetzte ſich in Bewegung, Archimbald ging neben Hubert in ſeinen leichten Feſſeln. Der Mönch hatte alle Hoffnung vökloren. Die Richter und Schreiber zu Pferde eröffneten den Condukt. Fußknechte mit Partiſanen und Büchſen machten eine breite Gaſſe, in deren Mitte gedämpfte Trommeln wirbelten, und Archimbald neben ſeinem Freunde einherſchritt. Der Scharf⸗ richter in ſeinem blutrothen Mantel, die Henkersknechte mit ihren Schürgabeln, Stricken, Ketten und Feuerhaken folgten. Eine ſtarke Rotte von Haſchieren machte den Beſchluß. Die Armenſünderglocke tönte kläglich unter das Gewühl der gaf⸗ fenden Volkshaufen. Immer näher kamen die Dahinziehen⸗ den ihrem fürchterlichen Reiſeziele,.. angſtvoll ſah Hubert nach allen Seiten mit dem ſcharfen Blick des Falken. Nergends