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Worte mißzuverſtehen.... ſey barmherzig genug, ſie zu errathen!“
„Ihr redet irre, Gräfin!“ entgegnete die Markgräfin dringend, und machte ſich von der Knieenden los. Dieſe ſchleppte ſich aber ihr nach, hing ſich an ihr Gewand, und preßte mit Mühe die Worte hervor:
„Muß ich's denn geſtehen? muß ich mein Elend aus⸗ ſprechen?... ich habe ihn geliebt.... ich war ſchwach. ich werde Mutter werden!“
Schluchzen erſtickte ihre Stimme; mit einem Schrei des Entſetzens, zugleich der Siegesruf ihrer, mehr als ſie ſich je geträumt⸗ befriedigten Rache, fuhr die Markgräfin bei dieſem völlig unerwarteten Bekenntniß auf. Die Flammen des Abgrundes loderten in ihren Blicken auf, die wie giftige Pfeile auf die Vernichtete herniederſchoſſen. Ein teufliſches Hohngelächter ſchallte aus ihrem Munde, dem es anfänglich an Worten gebrach, der in Staub getretnen Nebenbuhlerin das ganze Gewicht ihres Sieges empfinden zu laſſen. Dieſes Spottgelächter ließ der Getäuſchten, verblendeten⸗ Iſabelle das Schickſal, das ihrer wartete, in der Ferne ſchauen. In allen ihren ſeit Kurzem gefaßten Hoffnungen betrogen, ver⸗ ſtummte die Unglückſelige, als es ſchon zu ſpät war. Die Antwort der Markgräfin beſtätigte ihre Angſt.
„Das iſt alſo,“ ſprach die Unbarmherzige mit ſchonungs⸗ loſem Hohne,...„das iſt alſo die Sittenpredigerin, die ſich nicht entblödet hat, meine Tugend ihrer Muſterung und ihrem Tadel zu unterwerfen? Das iſt die Elende, die unter dem Deckmantel ſtrenger Heiligkeit mein Haus und meine
fürſtliche Ehre, die unter den Laſtern der Baſe leidet. in


