Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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Nachttrunk mit Gift und Galle gewürzt... ſie mag auch einmal in dem Morgenſüpplein den Tod ſchlucken. Eine Hand wäſcht die andere.

Ein lautes Geheul ſchallte mit einemmale durch's ganze Haus; ungeſtümes Thürzuſchlagen⸗ verwirrtes Umherlaufen. Welcher Sabbat iſt los? donnerte Philipp zur halboffe⸗ nen Kammerthüre hinaus den vorüberlaufenden Mägden ent⸗ gegen.Was gibts?

Euer Söhnlein iſt ſo eben verſchieden! jammerte die herbeieilende Amme des Knaben.Kommt doch⸗ Herr Wern⸗ her. die Frau iſt ohnmächtig geworden vor Schreck.

Eine augenblickliche Regung von Vatergefühl und ehe⸗ licher Veſorgniß durchzuckte Philipps Herz und beſtimmte ihn, den Kranken eiligſt zu verlaſſen.

Der eisgraue Schurke wickelte ſich höhniſch lachend in die Decke, und machte ſich zum Entſchlummern fertig. Wenn die geſtrenge Frau Barbara Empfindung hätte, wie ein an⸗ deres Weib, flüſterte er ſpottend in das zum Mund her⸗ aufgezogene Leintuch,.ſo könnte mir der Dreihundert⸗ guldenverdienſt entgehen. Sie ſtürbe mir vielleicht vor der Naſe weg, im Schmerz um ihr Söhnlein. Sie iſt jedoch aus derbem Teig geknetet, und ſolche Kleinigkeit ſicht ſie nicht an. Gott ſey Dank, ich werde mein Meiſterſtück an ihr machen. Herr Philipp ſoll alsdann erſt merken, wen er vor ſich hat. Der Rebenſaft ſoll mir zu einem freudenrei⸗ chen Spätherbſt verhelfen im Leben; und ſollte mein Ge⸗ wiſſen dennoch ſo thöricht ſeyn, und aufwachen wollen, ſo ſchwöre ich meinen Glauben ab, trete zur römiſchen Kirche, und ſchüttle in einer Beichte alle Sünden von mir. Meinen Zweck muß ich aber erreichen, und in Philipps Hauſe den