Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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heftigen Krämpfen lag, auf den Armen. Der Arzt folgte mit allen Merkmalen der äußerſten Beſorgniß.

Das Kind ſtirbt! rief die Wärterin.Stirbt? fragte Barbara und Philipp. Der Arzt zuckte aufgebend die Achſeln.

Unmenſchlicher Vater! ächzte Barbara.Sieh Dein Werk. Deines Bruders Fluch tödtet unſern Knaben.

Abſcheuliche! donnerte Philipp ihr zu.Greif' in Dei⸗ nen eignen Buſen, und frage Dich, warum der Fluch des Herrn unſer Haus heimſucht.

Thurneiſen, außer ſich vor Zorn und Scham, riß den wüthenden Schwiegerſohn aus der Thüre, indem er ihm zu⸗ flüſterte:Um unſrer, um Eurer Ehre willen... brand⸗ markt Euch und die Euren nicht vor fremden Leuten.

Ihr habt Recht, antwortete Philipp bitter.Es iſt ſchon genug, daß wir uns im Stillen verachten;... und drehte dem Rathsherrn den Rücken, nach Simons Kammer eilend.

Eine Nachtlampe brannte auf dem Tiſche. Simon lag ruhig wie ein Todter auf dem Bette und ſchien zu ſchlafen. Philipp machte behutſam die Thüre zu, ſchlich gegen das Lager, blieb aber, einige Schritte davon, unentſchloſſen ſte⸗ ſten. Er ſchauderte zuſammen.Iſt mir doch, flüſterte er in ſich hinein,als wäre ich im Begriff, die Hölle zu wecken durch Bannformeln und Zauberſprüche, als zöge mich eine unſichtbare Hand bei den Haaren zurück! Allein es iſt umſonſt. Ich bin in Verzweiflung. Ich kenne keine Wahl. Was mir der Unhold rathen möge beſſer iſt es, als ein ſolches Leben. Entſchloſſen rüttelte er den Alten aus dem Schlummer.Was ſoll's? murrte dieſer, aus ſeinem geheuchelten Schlafe auffahrend;weckt man einen