Teil eines Werkes 
2. Band, Der Bastard : eine deutsche Sittengeschichte aus dem Zeitalter Kaiser Rudolph des Zweiten : 2. Theil (1838) Der Jüngling und sein Kampf mit dem Leben
Entstehung
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übereinſtimmend genug, um daraus auf viel Böſes folgern zu können. Beſorgt nicht, daß ich das Gehörte jemals aus⸗ plaudere. Der Arzt und der Beichtvater haben einerlei Pflich⸗ ten Zürchtet hingegen, daß der zunehmende Hang zur Trunkenheit, den Simon äußert, und welchem er ſeine ge⸗ fährliche Krankheit verdankte, einſt ſelbſt zum Verräther werde, und lichtſcheue Thaten an den Tag bringe.

Was kümmern mich meines Dieners Handlungen? brummte Philipp ärgerlich.Oder meint Ihr vielleicht, ich könne ſelbſt wohl Theilnehmer an den Unthaten ſeyn, wel⸗ cher Ihr den Simon beſchuldigt, deſſen ganze Sünde wahr⸗ ſcheinlich nur in ſeinen Fieberträumen liegt 2.

Behüte mich der Allmächtige in Gnaden, dergleichen Arges von Euch zu denken, Herr Rathsherr, erwiederte der Arzt.Ich habe Euch gewarnt, weil ein unehrlicher Diener dem wackerſten Herrn Unehre bringt. Salvavi animam, und damit Punctum. Der Rathgeber und Warner entfernte ſich. Philipps Beklemmung ließ demſelben keine Ruhe, und er floh auf Simons Kammer.

Alles gewonnen! keuchte ihm der Kraftloſe entgegen.. ich werde geſunden.

Alles verloren! raunte ihm der Herr vorſichtig zu. All' unſere Mühe, unſere Sorge, unſer Verbrechen waren umſonſt. Archimbald lebt!

Lebt? ſtotterte Simon erſchrocken, und faltete die ab⸗ gezehrten Hände.

Er war hier fuhr Philipp fort,vor einigen Stunden, bettelnd, flehend um Aufnahme und Brod. Ich

habe ihn zurückgewieſen, habe ihn verläugnet vor dem ganzen