Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Entstehung
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nach Italien gefolgt waren, zu ſich. Ich habe, ſprach er, euch ſchon in Deutſchland ein Zeichen verſprochen, das den Beweis eurer Treue und Tapferkeit auch auf eure Nachkommen fortpflanzen ſoll, ich will nun mein Wort erfüllen, tragt es zum ewigen Andenken, und ſollte das Schickſal uns einſt trennen, ſolltet ihr oder eure Kinder meiner Hilfe bedürfen, ſo will ich euch und ſie daran erkennen, und beiden keine Bitte verſagen. Da nur Ritter des dritten und vierten Grades treu geblieben waren, ſo hatte der König auch nur zwei verſchiedene Kennzeichen verfertigen laſſen. Die erſtern erhielten einen goldnen Ring, den zwei in einander geſchlungene Schlangen bildeten; die letztern bekamen einen ſchönen orientaliſchen Smaragd,*) der ebenfalls in zwei goldene Schlangen gefaßt war. Die Schlange, fügte der König hinzu, iſt ein Bild der Ewigkeit, ſo lange ſoll auch unſre Freundſchaft dauern.

Der Geſchichtſchreiber fügt hinzu, daß der König redlich Wort gehalten, keinen, der dieſes Zeichen ihm darreichte, unerhört von ſich entließ, und als er den deutſchen Thron beſtieg, die Beſitzer deſſelben mit den anſehnlichſten und größten Lehngütern belohnte.

* Auch dieſer iſt ein neuer Beweis, daß einer auszdem Geſchlechte der Czernine ein treuer Ritter des vierten Grades dieſes ruhmwürdigen Bundes war, denn ich finde in dem bereits erwähnten Teſtamente, daß der reiche Feideikommisſtifter dieſes Geſchlechts einen orientali⸗ ſchen, in Gold zwiſchen zwei Schlangen ge⸗ faßten Smaragd dem üidei commisso fam iliae per petuo einverleibt. Würde er dies wohl gethan haben, wenn dieſer Smaragd nicht ein ſchätzbares Andenken ſei⸗ ner alten Ahnen geweſen, und durch mündliche Tradition im beſondern, heiligen Andenken bei dieſen geſtanden

wäre?