würde. Mein Bote hat den Auftrag, eurer Antwort zu harren, ſputet euch damit, denn es bedarf der Eile. Der junge König überlas das Schreiben mehr als einmal; ſein Inhalt ſchien ihm wichtig, aber auch ſchwer zur Entſcheidung. Er ſah wohl ein, daß es der Erzbiſchof redlich mit ihm meine und zu ſeinen Gunſten den nicht allzugewiſſenhaften Rath ertheile; aber er glaubte auch mit vollem Grunde, daß ſolch ein Schirmbrief ihn im gerechten Auge der Löwenritter verdunkeln, hier vielleicht eben ſo viel ſchaden, als nutzen werde; er beſchloß daher, dieſer Rath zu hören, und dann erſt zu entſcheiden Der Bundeshauptmann ruhte eben in ſeinem Gemache; er eilte zu ihm und heiſchte ſeinen Rath. Der Bundeshauptmann. Verzeiht, daß ich euch hier nicht rathen kann, der Biſchof von Bamberg iſt mein alter, geprüfter Freund. Mein Rath würde euch daher immer eigennützig ſcheinen müſſen, und könnte es in der That vielleicht auch wirklich ſeyn. Als er vor einigen Jahren aus dem heiligen Lande zurückkehrte, da bewirthete ich den guten Alten einige Wochen durch auf meiner Veſte. Wir ſprachen oft vom Recht und Unrecht mit einander; er ſchien das letztere zu haſſen, und ich kann nicht begreifen, daß er jetzt ein Diener deſſelben geworden ſey; auch iſt noch keine Klage über ihn zu meinem Ohre gekom⸗
men, und ich zähle doch der fränkiſchen Ritter viele
in meinem Bunde. Möglich, daß er zum Beſten ſei⸗ ner Kirche einige erbloſe Veſten und Güter mit ſeinen Reiſigen beſetzte; möglich, daß er fürchtet, es könnten einſt allzu entfernte Verwandte darauf Anſpruch ma⸗ chen, und ſie deßwegen ihr zu rechter Zeit ſichern will. Wer kann dieſen Wunſch ihm verdenken? Wer kann
ihn im ſolchen Falle verweigern? Wenn wir Unrecht
dieſer Art ſtrafen und ahnden wollten, dann verſichere
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