Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Entstehung
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17⁰

Eſchenbach. Ich beſitze unfern von hier eine kleine, aber freie Veſte zum Erb⸗ und Eigenthum.

Der König. Wenn Gott mein Vorhaben ſegnet, wenn er mich wirklich zum Herrſcher der Deutſchen beruft, ſo will ichs mehren nach Kräften. Adelgunde iſt eine Waiſe, und ich muß Vaterſtelle an ihr vertre⸗ ten. Doch was zaudre ich lange, da ich ja Macht in Händen habe, dieſe ſüße Pflicht ſogleich zu erfüllen(zu Adelgunden) Seyd ihr nicht die einzige Tochter eures Vaters?

Adelgunde Ceuftend). Die einzige!

Der König. Dann gebührt euch auch einzig und allein das Erbe eures Vaters. Das Recht ſprach mir zwar ſeine Güter zu; aber ich mag ſie nicht zum Nach⸗ theile ſeines unſchuldigen Kindes genießen. Ihr ſeyd von heute an die Beſitzerin derſelben; ſie ſind anſehn⸗ lich und groß. Euer Geliebter ſoll den Jünglingen meines Landes nicht allein die ſchönſte, ſondern auch die reichſte Dirne entführt haben. Nun werdet ihr doch einſt wieder nach Sicilien zurückkehren, und nach⸗ ſehen, was euch euer Vater hinterließ, als er das Kloſter wählte?

Adelgunde. Großmüthiger, edler Herr, wie ſoll, wie kann ich danken Worte vermögen es nicht

Der König. Ein Kuß lohnt mehr als dies cer rüßt ſie); ich bleibe folglich euer Schuldner, und mein die Pflicht, die große Schuld nach Kräften zu tilgen. (Eſchenbach umarmend) Ihr zürnt doch nicht, daß ich raubte, was euch nur freiwillig geſchenkt wird?

Eſchenbach. Evler Herr, ſolch eines Raubes machte ich mich ſelbſt ſchon oft ſchuldig. Wie kann ich ſtrafen, was ich ſelbſt verbrach? Wie kann ich zür⸗ nen, wenn der großmüthige Vater ſein Kind küßt?

Der König. Ihr erinnert mich zu rechter Zeit

an meine noch nicht ganz erfüllte Pflicht.(er legt Ade