An Nachmittage des dritten Abends, als ſchon die
Sonne die höchſten Gipfel der nahen Tannen zu be⸗ rühren ſchien, langten ſie auf dem Gebiete des Klo⸗ ſters an. Sie waren unfern Neuburgs Veſte vorüber⸗ gezogen, und hatten weivlich mit den Zähnen geknirſcht, als ſie ſahen, daß das blaue Kloſterfähnlein ſtolz auf ihrem Thurme wehte und ihnen Hohn zu ſprechen ſchien⸗ Jetzt lagerten ſie ſich auf Geheiß des Biſchofes unter den Schatten der Tannen. Er gebot ihnen, hier zu harren, bis er Nachricht ſende, und zog mit ſeinen Knechten, auf deren Treue und Verſchwiegenheit er bauen konnte, hinab nach dem Kloſter, welches am Fuße des Berges lag. Bald darauf hörten die Ritter den Schall der Glocken, welche die Mönche dem Biſchofe zu Ehren läuteten. Ich folge dem Ruf derſelben, weil ich im voraus überzeugt bin, daß meine Leſer ſehr be⸗ gierig ſind, zu erfahren, wie der redliche Biſchof han⸗ delte und wirkte Der neue Abt eilte mit allen ſeinen Mönchen voll Ehrfurcht dem Biſchofe entgegen, als er ſeine ſo unerwartete Ankunft erfahren hatte. Ehrwür⸗ diger Herr und Vater, ſprach jetzt der Abt, ſe willkommen, und ſchenke uns den Segen des Her in deſſen Namen du unſer armes Klöſterlein heimzi ſuchen kommſt. Aller Kniee beugten ſich jetzt zur Er und erwarteten des Biſchofs Segen Gle
*


