Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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durchglühte alle meine Adern; meine Hand fuhr nach dem Schwerte, und

Adelheid ohnmächtig niederſinkend). Gott erbarme ſich meiner!

Der alte Graf. Stirb unbeweint von mir, wenn du nicht fähig biſt, die Wohlthat zu fühlen, die dir durch mich ward! Mit lachendem Muthe will ich dich zu Grabe tragen, wenn jetzt noch Liebe zu dem treu⸗ loſen Buben dein Herz füllen kann!(Friedrichen em⸗ vorſchütteind) Sohn, du biſt Mann! Freue dich mit mir: dein Vater hat dich herrlich gerächet!

Friedrich. Und Klara? Wo iſt Klara?

Der alte Graf. Sie floh! Das Bewußtſehn ih⸗ rer ſchwarzen Schuld gab ihren Füßen Flügel! Ehe ich noch mein Schwert aus des Verruchten Bruſt zu⸗ rückziehen konnte, war ſie ſchon durch die Hecken ent⸗ ſprungen! Ich warf ihr das Schwert nach, aber es zertrümmerte an der nahen Mauer, und mein Auge ſah ſie nicht mehr!

Friedrich. Und er? Thierſtein kniete zu ihren Füßen 2

Der alte Graf. Zu ihren Füßen! Bedeckte ihre Hand mit tauſend Küſſen! Sie bog ihr Haupt auß ihn herab und ruhte auf ſeinen Schultern!

Friedrich. Ha! emit weinender Stimme) Dank, Vater, Dank! Ihr habt ein herrliches Stück Arbeit verrichtet! Ich muß weinen, bitter weinen, daß mir's nicht zu Theil ward! O es muß Wolluſt ſeyn, ihn zu ihren Füßen zu durchbohren, mit dem geliebten Blute ihr buhleriſches Geſicht zu beſpritzen und ſeine ſchänd⸗ liche Gluth zu kühlen! So lohnte ſie meiner Treue, meines Jammers, meines Leidens! Ah, es iſt ſchreck⸗ lich Schämt euch, ihr hölliſchen Geiſter, ſchämt euch Ein Weib hat euch übertroffen! Solch ein mei⸗

ſterhaftes Bubenſtück habt ihr von Ewigkeit her noch 5