Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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einem Tage ſoll die Feier unſrer Liebe, der Bund unſers Herzens ſehn! Gelobſt du es?

Adelheid. Gern und willig! Wenn du mir zu⸗ vor erklärſt, was es dir nützen und fruchten kann, daß mehrere ſchmachten, fürchten und hoffen?

Friedrich. O viel, theure Schweſter, viel! Ich werde an dir und deinem Ritter eifrige Vorſprecher bei Klaren haben. Vom gleichen Drange getrieben, werdet ihr das Herz derſelben bei jeder Gelegenheit belauern, und wenn es ſich der Freude öffnet, es ge⸗ wiß zu bereden ſuchen, daß es die Trauerzeit um dic Hälfte verkürze. Du wirſt nun vereint an deines Bruders Glück arbeiten!

Adelheid. Loſer! Dein Leiden hat dich zum Ken⸗ ner des menſchlichen Herzens gemacht! Die Bitte ſey dir von meiner Seite gewährt. Siehe zu⸗ wie du es bei meinem Karl verantworten, wie du auch ſeine Einwilligung erhalten kannſt. Ich würde die Freude ves feſtlichen Tages nicht halb genießen, wenn ich dich trauernd dabei erblicken müßte.

Ich gehe ſtillſchweigend bei den ſolgenden Seenen vorüber. Nichts ermüdet ſo ſehr, als Wiederholung, und was würde ich anders zu ſchildern haben, als Sc der bittenden, hoffenden und fürchtenden Liebe. ſ Graf billigte Klarens Trauerzeit und Adel⸗ heids Gelübde. Beide Ritter mußten ſich deſſen fügen und in Geduld des Tages harren, der ihre Hoffnung auf ewig krönen ſollte.

Still und ruhig war ſchon ein halbes Jahr ver⸗ floſſen, nie hatten indeſſen die beſtraften Mörder und Friedensſtörer es gewagt, GrafFrohburgs gerechte Rache zu ahnden; ſie fürchteten ſeine Macht und verbargen

ſich in ihren Raubneſtern. Als einſt die ganze Fami⸗ lie die Freuden eines der ſchönſten Frühlingstage g noſſen hatte, und nun jedes Glied derſelben ſchon imm

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