man damals zu dieſem Firlefang und den Pro⸗ phezeungen aus denſelben hatte, ſchien ihm hier⸗ zu eine ſehr guͤnſtige Gelegenheit zu geben. Er wußte, daß Morgard, der zufaͤlligen Erfuͤllung ſeiner Wetterprophezeiungen wegen, einen groſ⸗ ſen aſtrologiſchen Kredit beim Publikum hatte, und bediente ſich daher deſſelben geſchickt zu ſeinem Zwecke. Der in der Folge durch den Mord des Herzogs von Ancre ſo beruͤhmt ge⸗ wordene Marquis de Vitry erkaufte es ohne Schwierigkeit von Morgard, daß dieſer die an⸗ gefuͤhrten Prophezeiungen in ſeinem Kalender ſo abdrucken ließ, wie Pater Daniel ſolches verlangte, denen er einige aus ſeiner eignen ſchwaͤrmeriſchen Fabrik mit unterſchob.— Man berechnete, daß ein Kalender die am meiſten ge⸗ leſene Volkslektuͤre iſt, und daher einen um ſo umfaſſenderen und tiefern Eindruck machen muͤſſe, wenn ein ſo wohl accreditirter Prophet, als Mor⸗ gard, dazu ſeinen Namen herlieh.— Man glaubte ferner mit allem Scheine der Richtigkeit, daß unmoͤglich der Hof von einer ſo geringfuͤgigen Lektuͤre, als die eines Kalenders, Notiz nehmen, und dieſen wohl nicht einmal zu ſehen bekommen wuͤrden, und wenn ja der Hof dieſe Sache er⸗ fahren und weniger geringfuͤgig finden wuͤrde, als man ſolches erwartete, ſo hoffte man, daß deſſen Ahndung blos Morgarden treffen und die⸗ ſer hoͤchſtens als ein Wahnſinniger behandelt und * Q 2
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