250
Ohne dieſen ſchonen Zug ſeines Herzens wuͤrde Schinderhanns ſich Schaͤtze geſammelt haben; aber er beſaß nicht viel mehr als ein Bettler, da er gefangen genommen ward. Vorzuͤglich wa⸗ ren verarmte und durch den Krleg ungluͤcklich ge⸗ wordene Bauernfamilien der Gegenſtand ſeiner Wohlthaͤtigkeit. Oft erhielt der arme Nachbar ei⸗ nes eben ausgepluͤnderten Pallaſtes Vicklers gan⸗ zen reichen Antheil an der gemachten Beute.
Kein ſelbſtbegangner Mord druͤckt ſeln Gewiſ⸗ ſen. Die mehrfach begangenen Morde kommen ſaͤmtlich auf Rechnung ſeiner Raubgenoſſen, und wurden von dieſen unmittelbar ausgefuͤhrt. Sein grenzenloſer Haß gegen Juden und franzoſiſche Beamten fuͤhrte bey der Bande als Grundſatz ein, daß keinem von dieſen beyden Menſchenklaſſen Par⸗ don gegeben werden duͤrfe. Keiner derſelben durf⸗ te daher auch, wenn er Vicklers Genoſſen in die Haͤnde flel, auf Schonung hoffen. Selbſt wan⸗ dernde Betteljuden waren von dieſer Strenge nicht ausgenommen, die ſogar auch einigemal denen, die erſt Aemter in der Republick zu erhalten ſuchten, todtlich ward, denn Schinderhanns war der Mey⸗ nung, daß dieſe vorzuglich gefaͤhrlich waͤren, w wie er ſagte,„ſie erſt noch beſonders viel freſ muͤßten, ehe ſie fett wuͤrden.“ Aber nie leg unmittelbar ſelbſt Hand an die Opfer, ſeln ſt Wegſchleichen war in dieſem Falle eine Art


