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tete ſie oͤffentlich. Glaubwuͤrdige Männer, wel⸗ che ſie in dieſer Zeit beobachteten, verſicherten mich, daß ſie ſiets anhaltend weinte, und oft den Stein, auf welchem ſie ſtand, mit ihren Thraͤnen befeuchtete. Am ſiebenten Tag ward ihr jugendlicher, ſtarker Koͤrper fuͤr das nam⸗ loſe Leiden ihrer Seele empfaͤnglich, ſie konnte ihr Strohlager nicht mehr verlaſſen, duldete ge⸗ laſſen die heftigſten Fieberanfaͤlle, und ſah mit freudiger Hofnung dem Ende ihres irdiſchen Lei⸗ dens entgegen. Als ſich dieſes naͤherte, und ſie ſchon den Kampf des Todes begann, verlangte ſie mit Heftigkeit ihren ehemaligen Gatten zu ſprechen. Er erſchien. Ich vergebe dir alles, ich will dich nicht bei Gott anklagen! ſprach ſie, und verſchied.
„Dieſe lezten Worte der Sterbenden machten einen ſchreklichen Eindruk auf das Herz des Verfuͤhrers, des Urhebers all ihrer Leiden. Er ſprach kein Wort, ſtand ſtumm und ſtaunend da, auch nicht eine Thraͤne entauoll ſeinem ſtar⸗ ren Auge; er duldete es willig und gefuͤhllos, als man ihn von der Leiche entfernte. Sein ſtarker Koͤrper unterlag nicht, er mußte und konnte, wie ehe und zuvor arbeiten, aber er ſprach aͤuſſerſt wenig, lagerte ſich ſtets in einen einſamen Winkel, und verſchwand, wie die Zeit ſeiner Strafe geendigt war, am erſten Tage ſeiner Freiheit aus der Stadt und Gegend⸗


