Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1802)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

T67

langen Aufenthalt in einem Orte fordert, um oͤffentlich aufgeboten und getraut werden zu koͤn⸗ nen: ſo nahm der Pfarrer der Stadt keinen An⸗ ſtand, ſie nach Verlauf dieſer Zeit, an eben dem Tage, wie ſie ihr Glaubensbekenntniß ablegten, oͤffentlich in der Kirche zu verbinden. Unuͤber⸗ ſchwenglich groß war Johannens Freude, als er endlich Suſannen als ſein Weib heim fuͤhrte; auch ſie freute ſich deſſen aufrichtig, weil ſie nun ihre Ehre gerettet ſah, und dem Kinde, welches ſchon unter ihrem Herzen lebte, einen Vater ver⸗ heiſſen konnte.

Einige angeſehene Bewohner der Stadt hat⸗ ten an dieſem Tage das Brautpaar ganz neu und

* wirklich ſehr ſchoͤn gekleidet, andere nahmen es

über ſich, ihnen ein Hochzeitmahl zu geben, wel⸗ ches im Wirthshauſe bereitet wurde. Eben hatte man getafelt, und wollte den Tanz beginnen, wie der Wirth ins Zimmer trat, und den Braͤu⸗ tigam hinab rufte, weil ein Fremder mit ihm zu ſprechen verlange. Johann erſchrak ob die⸗ ſer Nachricht, und bleichte maͤchtig, als er dem Wirth folgte, und einen guten Bekannten aus ſeiner Heimath vor ſich ſtehen ſah. Zum Gluͤke entfernte ſich der Wirth, und beide konnten un⸗ gehindert ſprechen. Der Bekannte war wegen Handlungsangelegenheiten aus S n nach Bn geſchikt worden; er hoͤrte, daß heute ei⸗ ner ſeiner Landsleute hier ſeine Hochzeit feire, Sp. kl. Erz. 2s Bdch.