Teil eines Werkes 
Zweites Bändchen (1802)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

dem meinigen entgegen; ihre Haͤnde hielten mich

feſt und umſchlungen. O! ich darf, ich

ſoll mir dieß alles nicht denken, und doch denke

ich's jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblik.

Sprich ſelbſt, ob ich nun nicht Urſache genug

habe, Riederforts Gegenwart zu meiden? Unedle

Rache koͤnnte ſich hier leicht ins Spiel miſchen. Haͤtte ich Fehde mit ihm, mein Gefuͤhl wuͤrde mich uͤberraſchen, ich wuͤrde im erſten Gefechte nur ihn ſuchen, ſein treuloſes Herz durchbohren, und

Mathilden zur Wittwe machen!

R. Hans. Sie wuͤrde dir's danken, denn er begegnet ihr grauſam, behandelt ſie aͤrger als eine Magd. Oft muß ſie, wenn er mit ſeinen Spießgeſellen zecht, ihnen die Nacht durch auf⸗ warten, und oft mit ihren Kindern am Knechten⸗ tiſche ſizen.

R. Oswald. Ha! das empoͤrt! das wü⸗ thet! das nagt! du trifſt mein Gefuͤhl. Fehde mit ihm waͤre mir in dieſem Augenblike Wolluſit. Freund! haͤtte ich kein Weib, wäre ich uͤberzengt, daß auch ihr Herz noch an mir hienge, daß ſie mir dieſe That vergeben konnte: noch heute for⸗ derte ich Riederforten, und kämpfte auf Leben und Tod mit ihm. Aber ſo Jede Aus⸗

ſicht iſt verſchwunden. O wäre ich noch frei! Ver⸗

maledeiet ſei die Stunde, in der Johanna mein

Weib ward! Hätte doch dann noch Hoffnung!

Darf den Gedanken nicht ausdenten,