R. Oswald. Ich bin nicht ſein Ritter!
R. Hans. Wahr! Aber des Abts Beſchuͤ⸗ zer koͤnnteſt und ſollteſt du von Rechtswegen ſeyn. Erſt werden vie Schnapphaͤhne— weiß Gott, ſie verdienen vieſen Namen— die Abtei zerſtoͤren, und dann dich gewiß auch nicht ungenekt laſſen! Ich will dich einmal dran erinnern, wenn ſie deine Veſte ſtuͤrmen werden, aber dann wird's leider zu ſpaͤt ſeyn!
R. Oswald. Sollen kommen, wenn's ih⸗ nen beliebt! Werden ſtets ihren Mann, und ſo Gott will, ihren Meiſter an mir finden. Ich ſuche keine Haͤndel, dieß iſt einmal mein Grund⸗ ſaz, dem ich bisher zu Frommen meiner innern Ruhe treu nachgelebt habe. Menſchenblut iſt ein koſtbares Gut! Man darfs nicht vergieſſen wie Waſſer! Es fließt nicht ſtromweis, wie dieſes, es quillt nur in Tropfen, und jeder ungerecht vergoßne Tropfen wird einmal dort in unſerer Suͤndenſchaale mit gewogen.
R. Hans. Nun ſo wird einſt des Rieder⸗ forts ſeine Suͤndenſchaale ſo tief ſinken, daß er ſchnur ſtraks zur Hoͤlle faͤhrt!— Doch haͤlt dein Grundſaz, meiner ſchlichten Meinung nach, nicht allemal die Probe aus. Man ſoll, wie du denn vollkommen recht haſt, nicht ohne Noth Men⸗ ſchenblut vergieſſen, ſolls vielmehr nach aͤchter Ritterpflicht aus allen Kraͤften zu verhindern ſuchen, und daher iſts deine vor Gott beeidete


