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Brod! Geliebte, ich möchte mit dem Zimmer⸗ mannsſohne von Nazareth ſprechen: gieb's den Armen und folge mir nach: Könnteſt Du das wohl? o ja, wenn Du dürfteſt! aber darf der Menſch nicht, was er kann? Chriſtiane ließ das Blatt ſinken und ſtarrte mit den weiten, heißen Augen ſo vor ſich hin. Sie hatte es hundert Mal geleſen und jetzt war ihr, als leſe ſies zum erſten Mal. Darf der Menſch nicht, was er kann! Ja, das war's! Es mußte ja ſein Wahlſpruch ſein, der Wahlſpruch eines Mannes, der ſo viel konnte, ſo viel vermochte, daß, was die Anderen konnten und vermochten, wie der Zwerge mühſelig Schaffen neben eines Rieſen Walten ſchien. Hatte ſie nicht ſtaunen und immer nur ſtaunen müſſen, wie er damals in Zürich mit ſeinen dürf⸗ tigen Seminariſtenkenntniſſen ſich auf das Studium der Medicin warf und ihr nach wenigen Jahren ſein Doctordiplom ſchickte,„das ehrlich erworben iſt, obgleich ich kein Wort davon verſtehe;“ wie er dann nach Paris ging und drei Monate ſpäter ſchreiben konnte; mein Glück iſt gemacht! durch eine einzige Operation! halb Paris wallfahret nach meiner


