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in eine Novelle brächte, ſie würden ſagen: wie übertrieben!“ wie unwahrſcheinlich! welche Verletzung der Beſcheidenheit der Natur!
Meine Geſchichte iſt zu Ende, denn was noch kommt, das verſteht ſich ja von ſelbſt. Oder ſoll ich noch erzählen, wie wir am nächſten Morgen in aller Frühe den Herrn Grafen aus ſeiner Polterkammer erlöſten und ihn mit der Ermahnung, ſich nicht wieder unter anſtändigen Leuten ſehen zu laſſen, laufen ließen? Soll ich das Erſtaunen Linder's ſchildern, als er am anderen Tage in Tannenburg wieder eintraf, das poetiſche Herz zum Ueberſtrömen voll von dem Eindruck einer himm⸗ liſchen, jungen Schwedin— ſie hat ungeheure Güter in Darle⸗ karlien, und er iſt entſchloſſen, ſie zu heirathen!— die er geſtern in Fichtenau auf einem Gang durch den Garten des Kurhauſes— o, es war die anmuthigſte Begegnung von der Welt!— geſehen, d. h. geliebt, d. h. beſiegt hatte? was denn nebenbei auch der Grund geweſen war, weshalb er nicht mit dem Meiſter hatte zurückkommen können? Oder ſoll ich ſchildern die mundaufſperrende Verwunderung unſerer eigenen Geſellſchaft, als, trotzdem wir alle Betheiligten zum ſtrengſten Stillſchweigen. verpflichtet, die Wundermär von dem amerikaniſchen Pflanzer, der kein Amerikaner und kein Pflanzer, ſondern ein Schneider aus Deutſchland, von dem ungariſchen Grafen, der kein Ungar und kein Graf, ſondern ein Billardkellner aus Wien geweſen, ſich verbreitete? wie Fräulein Kernbeißer ſagte, die Welt ſei ab⸗ ſolut zu ſchlecht und zu verlogen für ein gutes, offenes Herz (womit ſie ihr eigenes meinte); wie Frau Herkules ſeufzend eingeſtand, ihr Gefühl habe ſie von Anfang an vor dem Grafen gewarnt;— wie das engliſche Kränzchen den„Vicar of Wakefield“ ſtill zuklappte und Frau Scherwenzel und Frau von Dinde verſicherten, der Accent jener Menſchen ſei ihnen ſofort verdäch⸗ tig geweſen? wie Frau von Puſterhauſen erklärte, in einem Bade, wo ſo etwas vorfalle, anſtändigerweiſe nicht länger bleiben zu können, und mit ihren Töchtern abreiſte in Begleitung des
Fr. Spielhagen's Werke. VIII. 14


