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Geehrter Herr, man muß wohl— ein Geſchüftsmann— ein Verlagsbuchhändler wenigſtens muß wohl— Ihr Herren Schriftſteller freilich—
Freilich, freilich! ſagte ich; aber um ſo mehr wundere ich mich, daß, wenn auch die jungen Damen noch ſo ſchön und liebenswürdig waren, Sie ſo große Summen einem Manne creditiren konnten, den Sie nicht kannten—
Lieber Freund, iſt es mir denn anders gegangen? ſagte der Sanitätsrath ſeufzend; auch ich bin das Opfer einer be⸗ klagenswerthen Leichtgläubigkeit geworden; und dieſer Graf— er hat freilich bezahlt; aber wenn dieſe Geſchichte ruchbar wird, und— Herr des Himmels, daran habe ich ja noch gar nicht gedacht!
Doctor Kühleborn ſprang vom Stuhle, als hätte man ihm eine volle Ladung der elektriſchen Batterie, die hinter ihm in einer Ecke des Zimmers ſtand, in den Nacken geleitet, und fing an, mit kurzen Schritten auf und ab zu laufen.
Morgen ſollen die Wagen kommen, die ſie nach Male⸗ partus holen! Was ſoll man ſagen? was thun? Se. Hoheit wird außer ſich ſein, und hat er nicht Urſache? eine ſolche heilloſe Myſtification einer allerhöchſten Perſon iſt ja noch nicht dageweſen, ſo lange die Welt ſteht. Ich bin um den Titel, um Reputation, die Tannenburger ſind um die Eiſenbahn,— es iſt entſetzlich, entſetzlich! Der Kerl— ver⸗ zeihen Sie, lieber Meiſter, aber er verdient wirklich keinen beſſeren Namen,— er muß exemplariſch beſtraft werden; das iſt die einzige Genugthuung, die wir Sr. Hoheit geben können!
Ich ſehe nicht, daß die Sache dadurch beſſer wird, ſagte ich; im Gegentheil! Wir müſſen Alles thun, den Scandal zu verdecken, zu vertuſchen. Warum ſoll ein Reiſender nicht eine Nachricht erhalten, die ihn zwingt, über Nacht abzureiſen, ſelbſt wenn er für den nächſten Tag bei einer Hoheit ein⸗ geladen iſt? Unſer Gefangener aber muß noch heute Nacht fort.— Noch heute Nacht, wiederholte ich; noch in dieſer Stunde. Ich habe meinen Entſchluß gefaßt.


