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Die schönen Amerikanerinnen : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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hatte aufheben können. Ich wünſchte dem holdſeligen Geſchöpf, während ich ſie Egbert gegenüber nicht höher als eine ſchöne Blume oder einen bunten Colibri zu achten ſchien, in der Stille alles Heil und allen Segen, und war, wenn ich mich recht prüfte, mehr als je entſchloſſen, dem Freunde in dieſer Haupt⸗ und Staatsaction ſeines Lebens ein treuer Pylades zu ſein. Vorläufig wurde mit Oreſt verabredet, daß er ſich morgen früh um neun Uhr zur engliſchen Lection auf meinem Zimmer einzufinden habe. Von dem ungariſchen Grafen ſprach ich nicht weiter; ich war überzeugt, daß bei dem hohen Intereſſe, deſſen ſich fremde Culturformen in den bildungseifrigen Kreiſen der Tannenburger Kurgeſellſchaft zu erfreuen hatten, von dieſer

neuen auffallenden Erſcheinung hinreichend geſprochen werden würde.

IV.

Und darin hatte ich mich denn auch nicht getäuſcht. An dem nächſten Tage und in den folgenden glich die Geſellſchaft einem Ameiſenſchwarm, in welchen unverſehens ein Maikäfer hineingefallen iſt. Welches Rennen, welches Laufen, welches Zu⸗ ſammenſtecken eifrig nickender Köpfe! welche Geſchäftigkeit nagen⸗ der, beißender Zungen! welche krampfhaften Anſtrengungen, dem wunderlichen Gaſt von einer, oder beſſer von allen Seiten zu⸗ gleich beizukommen! ihn wo möglich im Intereſſe der Republik auszubeuten, mit Schnürrock, Troddelſtiefeln, Barett und Dolman, Haut und Haaren liebevoll aufzueſſen! Wie heißt er? wo kommt er her? wo will er hin? wo liegen ſeine Güter? wie reich iſt er?— Dieſe und unzählige gleich intereſſante Fragen ſchwirrten und wirrten unaufhörlich durcheinander. Der erſte Punkt ließ ſich mit Hilfe des Fremdenbuches zu einem be⸗ friedigenden Abſchluß bringen, denn dort ſtand in großen, von