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eine Schiller'ſche Ballade das Zipperlein, oder ein Monolog aus dem Fauſt den Rheumatismus kuriren könnte! A propos Rheumatismus! Es geht Ihrem Freund ſeit vierzehn Tagen ſchlecht, ſehr ſchlecht; der Rheumatismus, den ich glücklich aus den Gliedern fort hatte, hat ſich jetzt auf das Herz geworfen.
Und der kleine Doctor lächelte ſchlau und bohrte mir den Knopf ſeines Stockes in die Seite.
Sie meinen— ſagte ich.
Der Doctor zwinkerte mit den Augen und ſagte geheim⸗ nißvoll: Verlaſſen Sie ſich auf meine Beobachtungsgabe; ich bin nicht umſonſt ſeit dreißig Jahren Badearzt; habe während dieſer Zeit mindeſtens ſechzig Ehen zu Stande gebracht; ge⸗ hört mit zum Geſchäft; Bäder müſſen ſich aus ſich ſelbſt rekru⸗ tiren; der junge Nachwuchs wächſt einem wieder zu; ſo ein Herzfehler bei einem Kinde iſt mir manchmal ſchon ein alter Bekannter vom Vater oder der Mutter her. Aber diesmal iſt der Fall ſchwierig. Ihr Freund iſt ſcheu; die Amerikaner ſind ſtolz; er ſpricht kein engliſch; ſie wollen nicht deutſch lernen. Und doch, wenn es gelänge! es wäre ein Triumph, ein richtiger Triumph! Bad Tannenburg, September 186*: heute verlobte ſich hier Miß Ellen Cunnigsby, Tochter des ſehr ehrenwerthen Mr. Auguſtus Lionell Cunnigsby aus Louiſiana, Vereinigte Staaten, mit Herrn Egbert, Rittergutsbeſitzer et cetera, et cetera. Geſchmackvoll arrangirte ländliche Feſte, an welchen die munteren Dorfbewohner aus ehrerbietiger Ferne freudigen Antheil nahmen et cetera, et cetera— ol ich würde es auf meine Koſten in ſämmtliche deutſche und diverſe engliſche und amerikaniſche Blätter bringen; es würde ein immenſes Aufſehen erregen; die Fichtenauer würden berſten vor Neid.
Doctor Kühleborn ſah ſich auf dem leeren Flatze ſcheu um und fuhr mit gedämpfter Stimme fort: Sie müſſen mir helfen, wahrhaftig, das müſſen Sie. Sie ſprechen ohne Zweifel engliſch; ich werde ſie vorſtellen; Sie müſſen den Dolmetſcher, den Vermittler ſpielen, und hernach machen Sie eine hübſche Ge⸗ ſchichte daraus! He!


