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Ciel, wie dies merkwürdig iſt, rief Fräulein Kernbeißer; wie ſich die ſchönen Seelen doch immer zuſammenfinden! Jetzt fehlt uns nur noch Linder—
Um Gotteswillen, laſſen Sie dieſen Menſchen fort, rief Frau Herkules; ich fürchte mich vor ihm. Er blickt immer ſo höhniſch aus ſeinen langgeſchlitzten Augen; man ſieht, daß er nichts auf der Welt liebt, als—
Seine bewunderungswürdigen Fingernägel, wagte ich zu ergänzen.
O, Sie ſpottſüchtiger Schalk! rief Fräulein Kernbeißer, und kicherte und nickte und zwinkerte mit den rothen Aeuglein, daß ich in heimlichem Entſetzen meinen Stuhl einen halben Fuß weiter von ihr fortrückte.— Ihnen hätte ich das nun gar nicht zugetraut! Aber die Mediſance ſcheint Euch Männern von heute ſo nothwendig zu ſein, wie das Rauchen. Diesmal in⸗ deſſen werden Sie wohl Recht haben. Man erzählt ſich ja gräßliche Geſchichten von dem Linder— der wahre Lovelace — ſeine letzte Affaire mit der Gräfin Ruppenheim— das iſt ja ein Skandal, ein poſitiver Skandal! Und dann ſeine grauenhafte Selbſtüberſchätzung! ſeine lächerliche Verachtung der Schriftſtellerinnen! Ich will nicht von mir reden,— was ſind am Ende meine kleinen lyriſchen Verſuche? Aber eine ſo geniale Schöpfung—
Ich bitte Sie, Liebe! ſagte Frau Herkules mit ſchüchternem Erröthen.
Ihr Tagebuch iſt ein geniales Werk! rief Fräulein Kern⸗ beißer; ein grenzenlos geniales Werk! Fragen Sie—
O gewiß, ohne Zweifel! ſagte ich mit höflicher Verbeugung.
Aber Hochmuth kommt vor dem Fall, fuhr das alte Fräu⸗ lein fort; die Gräfin Ruppenheim iſt ihm nicht gut genug ge⸗ weſen; jetzt zeigen ihm die Amerikanerinnen, daß es noch Mädchen giebt, für die er nicht exiſtirt, poſitiv nicht exiſtirt. Ich möchte ſie küſſen, die Mädchen, für die Verachtung, mit der ſie ſein abſurdes Coquettiren ſtrafen. Küſſen möchte ich ſiel
Ich ſchob meinen Stuhl noch einen halben Fuß weiter zu⸗ rück. Der Gedanke, von dieſer Habichtsnaſe und dieſem wackeln⸗


