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Die schönen Amerikanerinnen : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Blick in den ihm gegenüberhangenden Spiegel, an ſeiner ſchwarzen Cravatte.

Sie ſind kein geborener Engländer, Louis? ſagte ich.

Louis lächelte glückſelig.

Von wegen meines Engliſch, mein Herr? bitte um Ent⸗ ſchuldigung! das lernt ſich ſo, mein Herr; ein ordentlicher Kellner muß Sie alle Sprachen ſprechen, mein Herr; bin nicht immer in ſolchem kleinen Neſt geweſen, mein Herr; habe in Wien conditionirt, drei Jahre lang, im Kaiſer⸗Franz⸗Hotel, mein Herr. Auch in Wien geweſen, mein Herr? ſehr ſchön! war dann in Venedig, nur ſechs Monate: parlate italiano? Viele Engländer und Amerikaner dort. Kommt mir jetzt ſehr zu paß, mein Herr! wüßte nicht, was man in Tannenburg jetzt ohne mich anfangen ſollte.

Es wird hier wohl nur noch engliſch geſprochen?

Louis zuckte verächtlich die Achſeln.

Möchten gern, mein Herr! aber, du lieber Gott, das lernt ſich nicht über Nacht. No haccent, Sir, no haccent! wie wir im Engliſchen ſagen. A little water, Louis! rief Frau Juſtiz⸗ rath Scherwenzel geſtern bei Tiſch. Die Miſſes Cunnigsby haben ſo gelacht, mein Herr! Man muß nämlich ſagen: glass of water, please, mein Herr! Sonſt nichts zu befehlen, mein Herr?

Danke, nein!

Very well, Sir!

Louis zwinkerte mit ſeinen verſchwollenen Aeuglein, als

wollte er ſagen: wir verſtehen uns! und eilte dann, im Vorüber⸗

gehen noch einen Blick in den Spiegel werfend, tellertuchwedelnd hinaus.

Großer Gott, in welche Narrenanſtalt bin ich hier gerathen, ſprach ich während des Ankleidens bei mir ſelbſt. Das muß hier in der Luft oder im Waſſer liegen. Wenn ich das ge⸗ wußt hätte, würde ich bei meiner Anlage zur Narrethei mich dreimal beſonnen haben, ehe ich hierher kam. Und dieſer Egbert, dieſer Schwindler von einem Egbert! Fuchsjagd! fürwahr! nicht ganz ohne Strafe ausgehen... warte! ich will Dir Deine Heuche⸗ lei eintränken, Deine ſchändliche Heuchelei! Dieſe Amerikanerinnen

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