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Die schönen Amerikanerinnen : Novelle / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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Herrn beim Ausſteigen behilflich. Die hellen Gewänder der Damen ſchimmerten noch ein paar Augenblicke in dem Mond⸗ licht und verſchwanden dann in der Thür.

Egbert war mit einem plötzlichen Ruck ſtehen geblieben. Ich fühlte ganz deutlich ſein Herz gegen meinen Arm ſchlagen, den ich unter ſeinen linken Arm geſchoben hatte. Als der nun leere Wagen ſich wieder in Bewegung ſetzte, athmete er tief auf.

Es iſt lächerlich!

Er lachte aber nicht, und, ſonderbarer Weiſe, ich auch nicht.

Du wohnſt, ſoviel ich weiß, ebenfalls in dieſem Flügel, ſagte er; gute Nacht alſo!

Kommſt Du nicht noch herauf in den Speiſeſaal?

Nein; ich habe Kopfſchmerzen und will zu Bett gehen; gute Nacht!

Er ging, aber nicht zu Bett, wie es ſchien, ſondern vorerſt einmal in den Kurgarten, vermuthlich, um in dem Schatten der Kaſtanien die heiße Stirn zu kühlen.

Auch mir war die Stirn heiß geworden; ich lag noch lange auf meiner Stube im Fenſter, ſah in die helle Mondnacht hin⸗ ein, horchte dem Plätſchern des Baches, dem Rauſchen des Windes in den Bäumen, dachte darüber nach, wie närriſch doch dieſe Verliebten ſind, und träumte, als ich mich endlich zu Bett gelegt hatte und eingeſchlafen war, nicht von meiner Frau und meinen Kindern in dem zehn Meilen entfernten Soolbade, ſondern von den ſchönen Amerikanerinnen irgendwo in meiner

nächſten Nähe.

W

Ich war am nächſten Morgen noch nicht aufgeſtanden, als mir der Kellner Louis ein Billet von Egbert brachte. Das Billet lautete:Lieber Freund! Ich ſchäme mich meiner Kinde⸗ reien von geſtern und ich ſchreibe Dir, um Dich zu bitten,

Fr. Spielhagen's Werke. VIII. 2