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I.
Bad Tannenburg liegt, wie Jedermann weiß, in dem Thüringer Walde, an einer Stelle, wo das Terrain, welches bisher aus der Ebene in anmuthigen Hügeln emporſtieg, einen erſten Verſuch macht, ſich zu ſchrofferen Tannen⸗ und Fichten⸗ höhen aufzuſchwingen. Die uralte, epheuumrankte Burg, in deren drohenden Schatten ſich vor Zeiten die niederen Dorf⸗ hütten zuſammengedrängt haben mögen, und deren wohlerhal⸗ tenes Hauptgebäude jetzt als Dependance des Kurhauſes benutzt wird, iſt auf einem iſolirten Hügel erbaut; das Kurhaus liegt unmittelbar am Fuße des Schloßhügels in der Linie der Haupt⸗ ſtraße des Dorfes, über deren letzten Häuſern ſchon die Berg⸗ tannen rauſchen. Ein munterer Bach, deſſen reine Waſſer die zahlreichen Dorfgänſe kaum zu trüben vermögen, eilt plätſchernd in wohlgemauerter Rinne die ziemlich jäh abfallende Straße hinab. Das Dorf nimmt ſich jetzt mit ſeinen weißgetünchten, meiſt zweiſtöckigen, zum Fremdenbeſuch wohnlich eingerichteten Bauerhäuſern und den großen Kurgebäuden, die wiederum von dem alten Schloſſe auf dem Hügel überragt werden, gar ſtatt⸗ lich aus; die Geſellſchaft, die ſich hier, beſonders aus den Nach⸗ barſtädten, aber auch von weiter her, in den Sommermonaten zuſammenfindet, iſt verhältnißmäßig ſehr zahlreich; das Bad prosperirt zuſehends, und Doctor Kühleborn, der intelligente, kahlköpfige Eigenthümer, Director und Badearzt, reibt ſich jedes Jahr vergnügter die feinen weißen Hände.
Es hatte keiner großen Ueberredungskünſte von Seiten eines Freundes bedurft, der ſich in dieſem Augenblicke zu einer Kur
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