Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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wird was iſt dies und alles Andere im Vergleich zu dem Kummer, den ich ihm bereitet habe, habe bereiten müſſen! Und weil ich es mußte, wollte ich nicht freveln an Allem, was un⸗ ſerem Leben Werth und Weihe giebt: an der Stimme meines Herzens, an dem Gebote meiner Vernunft, an der Freiheit gött⸗ lichem Geſetz deshalb fühle ich jetzt mein Herz leicht und meine Seele frei, ſo frei, daß ich es ſelbſt ertragen kann, von Ihnen verkannt zu ſein, der Sie der einzige Menſch auf Gottes weiter Erde ſind, der mich rein und wahr geliebt hat und den ich wieder lieben würde, dürfte, könnte ich lieben. Ich darf es nicht, ich kann es nicht jetzt nicht! Und was ſind wir, in einem ſolchen Augenblick von der Zukunft und von uns zu ſprechen! Nein, geprieſen und geſegnet ſei mir der Augenblick, der ungeheure, der mich das irrende Atom erfaßt und

hinwegwirbelt in den Weltenkampf, wo der Einzelne und ſein

Schickſal nichts mehr gilt, wo Alle ſich bereiten müſſen, Alles zu opfern. Und nun, ich höre Prachatitz, leben Sie wohl, mein Freund, leben Sie wohl!

Sie hatte, Hermann winkend, daß er ihr nicht folgen möge, den Pavillon verlaſſen; ein Peitſchenhieb, das Knirſchen der Räder im Sande ſie war fort.

Hermann ſank gebrochen in den Stuhl und bedeckte das Geſicht mit den Händen..

Leb' wohl, murmelte er, leb' wohl!

Leb' wohl! hallte es wie ein dumpfes Echo durch den wei⸗ ten Raum.

Entſetzt ſprang Hermann auf und ſein Haar ſträubte ſich, als er mitten in der Rotunde den Fürſten ſtehen ſah das Geſpenſt des Fürſten mit weißen Haaren und geiſterhaften Zü⸗ gen, die Arme weit ausgebreitet nach der Thür, durch welche Hedwig verſchwunden war.

Leb wohll rief der Fürſt noch einmal in herzzerreißendem Tone, dann fiel er mit lautem Weinen Hermann, der herzu geeilt war, in die Arme.

Sie ſollte nicht in Unfrieden von mir ſcheiden, rief er ſchluchzend; ich wollte ihr ſagen, daß ſie frei lieben dürfe, daß

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