und Gang dem Herrn Oberforſtmeiſter täuſchend ähnlich, den Corridor hinabging, riß ein Blatt aus ſeinem Portefeuille, auf das er ein paar Worte ſchrieb und das er dem Dietrich mit der Weiſung einhändigte, es ſofort dem Grafen zu bringen, und eilte dann, Mütze und Mantel, die im Corridor immer bereit hingen, ergreifend, mit langen Schritten ſeinem Gebie⸗ ter nach.
JFünfunddreißigſtes Capitei.
Aus den Fenſtern des Theehauſes dämmerte Licht. Pracha⸗ titz war eben gegangen, den Wagen zurechtzumachen; Hermann lehnte an der Treppenwange, in die Dunkelheit ſtarrend, die bereits mit dichtem Schleier Alles ringsumher bedeckte. Seine phyſiſchen Kräfte waren von der langen raſtloſen Fahrt nahezu erſchöpft und auf ſeiner Stirn lag ein Druck, der ihm das Den⸗ ken ſchwer machte, ſo daß er kaum noch wußte, weshalb er denn eigentlich Tag und Nacht gereiſt war in athemloſer Haſt, und doch, wie es ſchien, zu langſam, wenn Prachatitz die Meta recht verſtanden und der Fürſt bereits ein Gefangener war.
Und einen ſolchen Augenblick konnte ſie wählen, den alten unglücklichen Mann zu verlaſſen? Oder hatte ſie den Augen⸗ blick auch nicht gewählt? war er ihr aufgezwungen worden? Durch wen? Wodurch? Durch wen anders, als durch den Grafen? Wodurch anders, als durch den Umſtand, daß er ſelbſt heute oder morgen das Schloß verließ, um zu ſeinem Regimente zu gehen? Aber die Meta wollte ja heute gehört haben, daß es ganz aus ſei zwiſchen den Beiden, und der alte Prachatitz ſagte auch, daß es unmöglich der Graf ſei, um deſſenwillen ſie fort wolle. Was ging es ihn ſelbſt an? Nicht um ihretwillen war er gekommen, und wenn ſie an dem Schickſal des Fürſten nicht einmal mehr den ganz gewöhnlichen menſchlichen Antheil nahm, ſo mußte er eben ohne ſie fertig zu werden ſuchen. Es war


