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Viertes Capitel.
Der junge Mann hatte der Flaſche viel zu eifrig zuge⸗ ſprochen, als daß er hätte bemerken können, welch' ſonderbaren Ausdruck während ſeiner letzten Worte das Geſicht des Doctors annahm. Dem Kanzleirath aber kam die Wendung, welche das Geſpräch genommen, ſehr gelegen. Er hatte ſich im Laufe des Tages ſo viel Blößen gegeben und durfte nun endlich einmal mit ſeiner höheren Einſicht glänzen. So zupfte er denn an ſeinem Hemdkragen, verſicherte ſich, daß ſeine Perrücke an der rechten Stelle ſaß, nahm ſeine wichtigſte Miene an und ſagte:
Die Herren kennen meine Denkſchrift—
Der Kanzleirath machte eine Pauſe.
Hermann hatte den Kopf in die Hand geſtützt und ant⸗ wortete nicht; der Cavalier nickte; der Kanzleirath fuhr fort:
Ich frage nicht ohne Abſicht. Dieſe Schrift, deren Autor ich mich, was die Herbeiſchaffung des gelehrten Apparates und die Anordnung des Stoffes betrifft, wohl nennen darf, wurde doch auf die Anregung und ſozuſagen unter den Auſpicien von Durchlaucht verfaßt, und war, wenn ſie auch erſt im folgenden Jahre erſchien, als der Verlauf der Ereigniſſe unſere Voraus⸗ ſicht ſo wunderbar beſtätigt hatte, doch bereits im Spätſommer des Jahres 1866, das heißt, gleich nach der Beendigung des Krieges und vor der Badereiſe Sr. Durchlaucht geſchrieben, die für uns Alle von den bedeutſamſten Folgen werden ſollte. Ich erwähne dieſes Umſtandes, um den Herren den Beweis zu lie⸗ fern, daß die künftigen Ereigniſſe diesmal auch nicht die Spur eines Schattens vorauswarfen in das Gemüth unſeres Herrn, der mir im Gegentheil gerade jetzt, wo alle Welt vor dem goldenen Kalb des Erfolges kniete, von ſeinem heiligen, unan⸗ taſtbaren und unveräußerlichen Recht mehr als je erfüllt ſchien.
Wir kamen nach Wiesbaden und fanden die Zimmer, welche Durchlaucht nun bereits ſeit zwanzig Jahren eingenommen, von einer Familie aus Berlin occupirt: der Generalin Gräfin Turlow Excellenz nebſt Comteß Tochter und Begleiterin. Der Hotelier hatte, wie er ſagte und wie ſich allerdings herausſtellte, für


