Teil eines Werkes 
11. Band (1877) Allzeit voran : Roman / von Friedrich Spielhagen
Entstehung
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ſchnell durch den mittleren Raum in das Seitengemach, welches ſie als Atelier benützt hatte.

Das muß fort, Alles fort, ſagte ſie, auf die Staffelei in der Nähe des Fenſters deutend und auf die mancherlei Skizzen und angefangenen Bilder, welche an den Wänden hingen oder in die Ecken gelehnt waren; hören Sie, Prachatitz, Alles noch heute Abend, und Sie ſchließen es bei ſich in eine Stube und laſſen Niemanden hinein. Und nun gehen Sie und ſagen Sie

dem Dietrich, er ſolle die Pferde vorführen.

Iſt der gnädigen Frau etwas zugeſtoßen, fragte der Alte zögernd, oder dem gnädigen Herrn?

Hedwig antwortete nicht; Jener wagte ſeine Worte nicht zu wiederholen und ging.

Sie trat an die Staffelei und blickte, die Arme über den Buſen verſchränkend, auf das angefangene Bild eine Land⸗ ſchaft, zu welcher die, welche man durch das Fenſter ſah, das Motiv gegeben.

Pah, ſagte ſie, wie das ausſieht nach vierzehn Tagen! Und ich glaubte, diesmal wirklich etwas geleiſtet zu haben. Elende Stümperei! Und da ſagen ſie mir, ich wäre ein großes Talent. Er hat es nie geſagt, er weiß beſſer, was dazu gehört; was auch nür väze gehört, ſein täglich Brod mit ſeiner Hände Ar⸗ rich äerdienen. Und doch hätte ich es erreicht, wenn ich Süärbeitet hätte wie andere Frauen, wenn ich hätte arbeiter Aen; ich habe nur ſpielen dürfen vier volle Jahre! Hätte ich Lie vier Jahre zurück!

Sie ließ ſich auf einen Stuhl ſinken und ſaß da, mit ge⸗ ſpannten Brauen und ſtarren Augen vor ſich hinblickend, wäh⸗ rend es tief ſchmerzlich um ihren ſchönen Mund zuckte. Er wollte fort, und was blieb dann für ſie? Die Oede, die Leere! Die grenzenloſe Oede, dir fürchterliche, beängſtigende Leere! Ach, ſie hatte eine Vorempfindung gehabt, als er jetzt auf ein paar Tage verreiſt geweſen. Wie langſam die ſonnigen Stunden dahinge⸗ ſchlichen waren, wie verwelkt der Fürſt ausgeſehen hatte, wie unerträglich langweilig die übrigen Geſichter!