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Dietrich, ſeinem Pferde die Sporen gebend; wenn das ſo bei⸗ bleibt, ſtrecken die Thiere oben alle Viere von ſich.
Aber gerade jetzt zog die Dame den Zügel an und begann die letzte Anſteigung langſamen Schrittes hinaufzureiten. Sie wollte nicht oben ankommen, ohne wegen der Faſanerie einen Entſchluß gefaßt zu haben, und ſie konnte gegen ihre Gewohn⸗ heit zu keinem Entſchluſſe kommen. Aber wie klein, wie gleich⸗ giltig erſchien auch alles Andere neben dem Einen, wovon jetzt ihre ganze Seele erfüllt war.
Er wollte fort! Er hatte um ſeine Entlaſſung gebeten! Er hatte das thun können in dieſem Augenblicke, wo für ſie mit der Ankunft der Gäſte die ſchwierigſte, peinlichſte Lage herein⸗ drohte, wo ſie ihre ganze Kraft, ihren ganzen Muth würde auf⸗ bieten müſſen, wo ſie einen Freund nöthiger hatte als je!
Er wollte fort! Nun gut, er ſollte fort, er ſollte ihr kein Opfer bringen, er ſollte die heißerſtrebte Freiheit endlich haben!
Hedwig hätte laut aufweinen mögen, als ſie ſo in Gedan⸗ ken den Freund in die Welt entließ zur Nimmerwiederkehr, aber ſie hatte ja auf ein ganzes Glück ein⸗ für allemal verzichtet; ſo mochte auch dieſes halbe, dem grauſamen Schickſal abgerun⸗ gene, abgeſchmeichelte verwehen, wie die anderen Blüthen vom Baum ihres Lebens!
Da ſtand das Pferd ſchnaubend vor der Gitterthür des Fa⸗ ſanerieparks und Hedwig erwachte aus ihrem ſchmerzlichen Traum.
Der Reitknecht war herangekommen. Sie hieß ihn das Gatter öffnen und ritt im Trabe die von rieſenhohen Bäumen überdüſter⸗ ten, mit Gras und Waldkraut aller Art überſponnenen Wege hin nach dem kleinen Gehöft, in welchem der Böhme Pracha⸗ titz mitten zwiſchen ſeinen Putern, Hühnern und Faſanen ein kleines, epheuumranktes Haus allein bewohnte, ſeitdem ſeine Nichte Meta als Kammerjungfer in den Dienſt der gnädigen Frau ge⸗ treten war.
Der Alte war nicht im Hauſe. Hedwig traf ihn in dem ofſenen Schuppen, wo die vor wenigen Tagen ausgekommene Faſanenbrut munter das ausgeſtreute Futter pickte, während die Truthühner, welche ſie ausgebrütet, bedächtig zwiſchendurch ſchrit⸗ 2*


